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Streik der Lokführer : Bundesnetzagentur kritisiert fehlenden Wettbewerb auf der Schiene

Der Streik der Lokführer zeige eindeutig, dass Verkehrsleistungen nicht nur von einem Unternehmen erbracht werden dürfen, sagt der Chef der Bundesnetzagentur Jochen Homann. Beim Ausbau des schnellen Internets sieht die Regulierungsbehörde Deutschland dagegen "auf dem Weg".

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Jochen Homann
Jochen HomannFoto: Doris Spiekermann-Klaas

Der Chef der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, kritisiert den fehlenden Wettbewerb im Fernverkehr auf der Schiene. „Der Streik der Lokführer zeigt eindeutig, wie wichtig es ist, dass Verkehrsleistungen nicht nur von einem Unternehmen erbracht werden“, sagte der Präsident der Regulierungsbehörde dem Tagesspiegel (Montagausgabe). Während im Güter- und Personennahverkehr die Zahl der Wettbewerber kontinuierlich ansteige, sei im Fernverkehr „mehr Wettbewerb wünschenswert“. Dass die Bahn immer mehr Konkurrenz von Fernbusanbietern bekomme, führt zwar für die Reisenden zu einem größeren Angebot, räumte Homann ein, das reicht nach Meinung des Behördenchefs jedoch nicht aus. „Wir wollen auch den Wettbewerb auf der Schiene“, sagte Homann.

 Beim Ausbau der digitalen Netze sieht Homann Deutschland dagegen „auf dem Weg“. Der Plan der Bundesregierung, bis zum Jahr 2018 das ganze Land mit schnellem Internet zu versorgen, sei ehrgeizig, die Bundesnetzagentur sei aber startbereit. Die Behörde hat die Aufgabe, die Frequenzen zu versteigern, die für den Netzausbau nötig sind. Mit der Versteigerung könnte die Bundesnetzagentur bereits im ersten Halbjahr 2015 starten, kündigte Homann an. Bund und Länder müssten sich aber zuvor noch darüber einigen, wie die Erlöse aus der Versteigerung verteilt werden sollen. Homann rechnet mit Erlösen von über einer Milliarde Euro.

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