Streit unter Lokführern : GDL-Chef Claus Weselsky schmeißt Vorgänger raus

Mit Manfred Schell an der Spitze hatte die GDL den ersten eigenständigen Lokführertarif bei der Bahn erkämpft. Nun muss der Ex-Chef die Gewerkschaft verlassen.

Der alte und der neue Chef: Eintracht herrscht zwischen Schell (l.) und Weselsky schon lange nicht mehr - das Foto ist aus dem Jahr 2007.
Der alte und der neue Chef: Eintracht herrscht zwischen Schell (l.) und Weselsky schon lange nicht mehr - das Foto ist aus dem...Foto: dpa

Der Hauskrach bei der Lokführergewerkschaft GDL ist eskaliert. Der geschäftsführende Vorstand um Gewerkschaftschef Claus Weselsky hat am Montag gleich eine ganze Reihe früherer Top-Funktionäre aus der Gewerkschaft ausgeschlossen. An der Spitze trifft es Weselskys Vorgänger Manfred Schell, der die GDL bis 2008 geführt und den ersten eigenständigen Lokführertarif bei der Deutschen Bahn erkämpft hatte.

Auch die beiden ehemaligen Stellvertreter Weselskys, Sven Grünwoldt und Thorsten Weske, müssen die Gewerkschaft verlassen. Als Grund nannte die GDL in Frankfurt Beitragsrückstände in teilweise fünfstelliger Höhe. Die Gewerkschafter hatten wiederholt den konfrontativen Kurs Weselskys in den Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn kritisiert.

„Wer trotz mehrfacher Aufforderung seinen Beitragszahlungen nicht nachkommt, hat keinen Anspruch auf Mitgliedschaft. Dies gilt für jeden, ohne Ansehen der Person“, erklärte hingegen der amtierende GDL-Vize Norbert Quitter. Wegen gewerkschaftsschädigenden Verhaltens habe der geschäftsführende Vorstand auch den Ausschluss der Ex-Funktionäre Volker Siewke und Dieter Kowalsky beschlossen.

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