Studie des VCD : Schnell mit der Bahn, aber viel billiger im Bus

Bahn gegen Bus gegen Auto. Schnell ist klar: Im Kostenvergleich hat der Pkw keine Chance. Der Sieger der Vergleichsstudie ist weniger eindeutig auszumachen.

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Bahn und Bus sind direkte Konkurrenten. Laut Bahn kommen die Kunden der 2013 gestarteten Fernbusse zu über 40 Prozent von ehemals Bahn-Reisenden.
Bahn und Bus sind direkte Konkurrenten. Laut Bahn kommen die Kunden der 2013 gestarteten Fernbusse zu über 40 Prozent von ehemals...Foto: dpa

Die Bahn verliert. Zu nahezu 100 Prozent sind Fahrten mit dem Staatskonzern teurer als mit Fernbussen. Doch das ist höchstens die halbe Wahrheit, meint Michael Ziesak, Chef des ökologischen Verkehrsklubs VCD. „Die Bahn punktet im Mix aus Kosten, Zeit und Umweltbilanz“, sagte er bei der Vorstellung einer Vergleichsstudie in Berlin.

Vier Monate lang testete das Forschungsinstitut Quotas 540 Verbindungen auf zehn Strecken, verglich Preise, befragte Menschen, wie sie am besten von Berlin nach Hamburg oder von dort nach Köln kommen. In Modellrechnungen ermittelten die Forscher Durchschnittspreise, in die sie neben dem reinen Fahrpreis einen Kostenanteil für die meist längere Busreise sowie für den personenbezogenen CO2-Ausstoß einfließen ließen.

Demnach ist die Bahn bei 60 Prozent der Fernverkehrsreisen die beste Lösung, in 40 Prozent der Fälle liegt der Fernbus vorn. Studienleiter Thomas Krautscheid: „Der Pkw ist auf allen zehn Strecken zu null Prozent das ideale Verkehrsmittel.“

Beim W-Lan hat die Bahn Nachholbedarf

Trotz des eindeutigen Ergebnisses rechnet aber selbst der als bahnfreundlich bekannte VCD nicht damit, dass Reisende nun verstärkt auf die Schiene umsteigen. Zu unterschiedlich ist die Motivation der Reisenden: Vier von fünf Busreisenden schätzen vor allem den günstigen Preis, die Hälfte der Bahnfahrer lieben die Bequemlichkeit, 90 Prozent der Autonutzer wollen auf ihrer Reise vor allem flexibel sein.

Dennoch sieht VCD-Chef Ziesak Ansporn für Verbesserungen bei der Bahn. So dürfe das Unternehmen die Alternativen zum teuren ICE – vor allem also IC und IRE – nicht weiter ausdünnen. „Und ein kostenloser W-Lan-Zugang wie in den Fernbussen sollte in der Bahn eine Selbstverständlichkeit sein.“

Um den Wettbewerb der Verkehrsmittel in Zukunft gerechter zu gestalten, fordert der Verkehrsklub aber auch eine Maut für Busse. Es könne nicht sein, dass sie anders als Lkw davon befreit seien, während die Bahn und ihre Kunden für steigende Trassenpreise zahlen müssten. Eine Maut von rund einem Euro je Fahrgast und Fahrt hält der VCD deshalb für zumutbar.

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