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Tarifkonflikt bei der Bahn : GDL will Kompromiss bis Ostern

GDL-Chef Claus Weselsky wirft der Bahn personalpolitisches Versagen und eine Kampagne gegen die Mitarbeiter vor - und glaubt dennoch an einen Kompromiss.

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Sechs Mal haben seine Leute im vergangenen Herbst gestreikt, nun will er bis den Tarifkonflikt gelöst haben: GDL-Chef Claus Weselsky.
Sechs Mal haben seine Leute im vergangenen Herbst gestreikt, nun will er bis den Tarifkonflikt gelöst haben: GDL-Chef Claus...Foto: dpa

Der Tarifkonflikt bei der Bahn soll spätestens Ende März gelöst sein. "Wir wollen vor Ostern einen Tarifabschluss erreichen", sagte Claus Weselsky, Chef der Lokführergewerkschaft GDL in einem Tagesspiegel-Interview. An diesem Montag will die Gewerkschaft dem Konzern einen "Zugpersonaltarifvertrag" vorlegen, in dem nicht nur die Lokführer, sondern auch Zugbegleiter und Bordgastronomen integriert werden. Für den 11. und den 26. Februar sind weitere Verhandlungstermine vereinbart. "Jeder Termin muss einen Fortschritt bringen, ansonsten müssen wir mit Streiks den Druck erhöhen", sagte Weselsky.

 Einige hundert Lokführer fehlen

Der GDL-Chef warf der Bahn vor, "beim Personal zu versagen". Einige hundert Lokführer würden fehlen, weil die Konzernleitung "ihrer Verantwortung nicht gerecht wird, um Abgänge auszugleichen". Im aktuellen Tarifkonflikt, in dem die GDL fünf Prozent mehr Geld sowie eine Arbeitszeitverkürzung von 39 auf 38 Stunden fordert, habe die Bahn "in einer PR-Kampagne auch die eigenen Mitarbeiter schlecht gemacht". Das Unternehmen habe den eigenen Beschäftigten nicht nur keine Wertschätzung entgegen gebracht, "sondern deren Forderungen für bekloppt erklärt".  Ferner warf Weselsky der Bahn-Führung "menschenverachtendes Denken" vor, weil Mitarbeiter auf freie Stellen in der ganzen Republik versetzt werden sollten. Dass es nun zu wenig Lokführer gebe, "ist kein Wunder, wenn die Konzernleitung alles unternimmt, um den Job in Grund und Boden zu reden", sagte Weselsky dem Tagesspiegel.

 

 

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