Tarifverhandlungen : Verdi droht mit Warnstreiks an Berliner Flughäfen

Derzeit lähmt ein 48-Stunden-Streik den Flugverkehr von und nach Frankfurt. Kommende Woche könnte auch das Bodenpersonal in Berlin in Ausstand treten.

Das gab's schon mal: Bereits 2010 legte das Bodenpersonal am Flughafen Tegel vorübergehend die Arbeit nieder.
Das gab's schon mal: Bereits 2010 legte das Bodenpersonal am Flughafen Tegel vorübergehend die Arbeit nieder.Foto: dpa

Auch Flugreisende in Berlin müssen sich auf Warnstreiks einstellen: Wenn bis 24. Februar kein verhandlungsfähiges Angebot des Abfertigungsdienstleisters Globe Ground Berlin (GGB) vorliege, könnten die beiden Flughäfen Tegel und Schönefeld in der nächsten Woche bestreikt werden, erklärte die Gewerkschaft Verdi am Montag in Berlin.

Die Gewerkschaft fordert für die 1500 GGB-Beschäftigten unter anderem vier Prozent mehr Lohn. Die Aussichten auf eine Einigung am Verhandlungstisch seien nur noch „sehr gering“, sagte ein Verdi-Sprecher. Bereits die letzte Verhandlungsrunde zum Vergütungstarifvertrag war gescheitert.

„Belastungen durch den Probebetrieb am zukünftigen Großflughafen BER, die starke körperliche Beanspruchung der Globe-Ground-Beschäftigten und ihre ausgesprochen gute Arbeit müssen durch eine Erhöhung der Entgelte honoriert werden“, forderte Verdi-Verhandlungsführer Jens Gröger.

Das Debakel um den neuen Flughafen in Bildern
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13.12.2013 10:52Ende August 2012 hatte der Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratvorsitzende des BER, Klaus Wowereit, noch die Verantwortung...

Seit Donnerstag vergangener Woche kommt es bereits zu teils massiven Einschränkungen des Flugverkehrs am Airport Frankfurt am Main. Dort wollen die rund 200 Flugfeld-Kontrolleure ihrer Forderung nach zum Teil mehr als 70 Prozent Lohnsteigerung Nachdruck verleihen.

Nach einer Pause am Wochenende bestreiken sie seit Montagfrüh gemeinsam mit der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) den größten deutschen Flughafen für insgesamt 48 Stunden. Wie bereits am Donnerstag und Freitag fallen deshalb hunderte Flüge aus. Passagiere müssen umbuchen.

Anders als in Berlin unterstützt Verdi den Ausstand gegen den Flughafenbetreiber Fraport nicht. Fraport hatte bislang stets mit Verdi Tarifabschlüsse gemacht. Beide Seiten haben erklärtermaßen kein Interesse daran, dass Kleinstgewerkschaften wie die GdF die Interessen ihrer wenigen Mitglieder durchdrücken. (Tsp/dapd)

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