Trotz Förderkürzung : Warum sich eine Solaranlage für viele rechnet
23.07.2012 00:00 UhrWer als gemeiner Hausbesitzer zu Jahresanfang mit der Anschaffung einer privaten Solardachanlage liebäugelte, dürfte die Pläne zwischenzeitlich begraben haben – nicht nur weil der Sommer so verregnet ist: Es begann damit, dass der Bundeswirtschaftsminister eine radikale Kürzung der Fördersätze für Sonnenstrom forderte, der (ehemalige) Umweltminister aber dagegenhielt. Dann einigten sich die beiden im Februar auf einen Kompromiss, auf eine Kürzung um rund 30 Prozent und die Auflage, dass Stromerzeuger einen Teil selbst verbrauchen müssen. Daraufhin rief die Lobby der Solarfirmen zur Großdemo am Brandenburger Tor – angesichts der Pleitewelle unter deutschen Solarmodulherstellern.
Dann wurde die Förderkürzung im Bundesrat von den Ländern mit Solarmodulfabriken gestoppt. Der Umweltminister verlor seinen Posten. Das Chaos war perfekt.
Jetzt aber herrscht weitgehend Klarheit, nachdem Bund und Länder sich letztlich im Vermittlungsausschuss über eine Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) geeinigt haben, in dem die Höhe der Einspeisevergütung geregelt ist. Dem Kompromiss nach gibt es für alle Fotovoltaikanlagen, die nach dem 1. April 2012 angeschlossen worden sind, tatsächlich weniger Geld erstattet als im Vorjahr für jede eingespeiste Kilowattstunde. Die Anschaffung von Solar-Modulen rechnet sich für viele Otto-Normal-Hauseigentümer aber noch immer. Und auch wer als Mieter nicht über ein eigenes Dach verfügt, kann Möglichkeiten finden, sich an Solarparks zu beteiligen.
Solarindustrie in Deutschland - Licht und Schatten. Eine Bildergalerie:
Was grundsätzlich für die Anschaffung spricht, ist die relativ umwelt- und klimafreundliche Form der Stromerzeugung. Zudem könnte man, sofern man einen Teil des Sonnenstroms direkt im Haus nutzen kann, die in den kommenden Jahren mutmaßlich steigenden Preise für Öl und Gas weiter abfedern. Im Fachhandel gibt es eine Vielzahl von technischen Lösungen mit Fotovoltaik oder Solarthermie, teils in Kombination mit Gaswärmepumpen, mit denen man die Energiekosten deutlich drücken kann. Einige Lösungen werden auch von der bundeseigenen KfW-Bank bezuschusst. Handwerksfachbetriebe und die KfW selbst helfen bei der Beratung.
Wer sich zunächst auf die klassische Fotovoltaikanlage für Ein- und Mehrfamilienhäuser (bis zehn Kilowatt Leistung) beschränken will, darf den damit erzeugten Strom – anders als von der Bundesregierung ursprünglich geplant – auch weiterhin vollständig zum staatlich garantierten Preis in das Stromnetz einspeisen. Er erhält dafür künftig 19,50 Cent je eingespeister Kilowattstunde – und zwar volle 20 Jahre lang garantiert.





















