"Turbine 2013" : Air Berlin verschärft den Sparkurs

Die bisher eingeleiteten Sparpläne verlaufen besser als geplant, behauptet Air Berlin. Dennoch kündigt die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft neue Einschnitte an.

Die Kosten bei Air Berlin sind zu hoch. Mit Bündnissen und Streckeneinsparungen versucht das Unternehmen bereits gegenzusteuern.
Die Kosten bei Air Berlin sind zu hoch. Mit Bündnissen und Streckeneinsparungen versucht das Unternehmen bereits gegenzusteuern.Foto: dapd

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin hat ein zusätzliches Sparprogramm beschlossen. Das Maßnahmenpaket „Turbine 2013“ greife kurzfristig und sei zeitlich befristet, teilte eine Sprecherin von Air Berlin auf Anfrage am Donnerstag mit. Konkrete Sparziele nannte sie nicht.

Neben den neu beschlossenen Maßnahmen befindet sich derzeit bereits das Sparprogramm „Shape & Size“ in der Umsetzung. Es soll die Kosten um etwa einen dreistelligen Millionenbetrag reduzieren. Dieses Programm verlaufe besser als geplant und werde planmäßig fortgeführt, so die Sprecherin weiter.

Air Berlin befindet sich unter anderem wegen den Folgen der Wirtschaftsflaute, der deutschen Flugsteuer und steigender Kerosinpreise in schweren Turbulenzen. In den vergangenen Jahren verzeichnete der Lufthansa-Konkurrent tiefrote Zahlen. 2013 peilt das Unternehmen wieder ein positives Ergebnis an.

Im zweiten Quartal hatte Air Berlin im laufenden Geschäft den Verlust nur leicht auf 29,4 Millionen Euro verringern können. Zugleich war aber der Umsatz trotz zurückgegangener Kapazität gestiegen. Finanzchef Ulf Hüttmeyer hatte verkündet, dass statt der geplanten 45 Millionen 50 Millionen Euro eingespart worden seien.
2012 sollen insgesamt 230 Millionen Euro erreicht werden.

Mitte August hatte Hüttmeyer auch erklärt, die Belastungen durch den höheren Kerosinpreis, den Dollarkurs und die Luftverkehrssteuer hätten aufgefangen werden können. Tatsächlich hat der Kerosinpreis zur Jahresmitte nachgegeben, aber inzwischen wieder seinen hohen Stand vom Frühjahr erreicht. Anfang Oktober lag er bei gut 134 Dollar pro Barrel.

Das Unternehmen erinnerte am Donnerstag daran, dass es mit seinem größten Gesellschafter Etihad Airways ein Synergieprogramm auf den Weg gebracht habe. Auch der Beitritt zur Allianz Oneworld und die gerade besiegelte Partnerschaft mit Air France-KLM seien „tragfähige Säulen, die Air Berlin helfen, im internationalen Wettbewerb auch künftig zu bestehen“. (dpa/dapd)

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