Umweltbelastung durch Zalando und Co. : Warum Anprobieren besser ist als Onlineshopping

Das Einkaufen im Internet wird immer beliebter. Doch bei dem Online-Händler Zalando schicken die Kunden jedes zweite Paket zurück. Das verursacht Verpackungsmaterial, Müll und Schadstoffe.

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Ein Stapel Pakete mit Retouren-Aufklebern
Schnell bestellt, bequem wieder losgeworden: Die Deutschen sind extrem umtauschfreudig.Fotolia/ Montage: Fabian Bartel

Das rote Paar Schuhe sieht auf dem Bildschirm so schön aus, aber passt es besser in Größe 38 oder 39? Schwierig, schwierig. Unsicher, wie viele Online-Käufer in einem solchen Fall sind, kaufen sie einfach beide Größen und schicken das falsche Exemplar nach der Anprobe wieder zurück. Bei Zalando liegt die Retourquote bei 50 Prozent. Dabei verursacht der massenhafte Versand Verpackungsmaterial, Müll und Schadstoffe.

Beim Versenden ihrer Ware arbeiten die meisten Online-Händler mit dem Dienstleister DHL zusammen. „Im Durchschnitt kümmern wir uns am Tag um 3,3 Millionen Pakete und Päckchen“, sagte ein Sprecher. „Vor vier Jahren lag die Zahl noch bei 2,3 Millionen. Das boomende Internetgeschäft sieht man deutlich.“ Wie hoch der Anteil der Rücksendungen ist, kann er nicht sagen. Bei einer aktuellen Studie des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels gaben allerdings mehr als ein Drittel der 150 befragten Händler eine Quote von 20 Prozent an. Bei Kleidung ist der Wert jedoch weitaus höher, wie Zalando zeigt.

Wird eine Paketsendung innerhalb Deutschlands transportiert, beträgt die durchschnittliche CO2-Emission rund 500 Gramm. „Damit kommt ein modernes Mittelklasse-Fahrzeug nicht einmal 3,5 Kilometer weit“, sagt DHL. Also alles doch nicht so schlimm? Von wegen. Denn auch wer im Internet shoppt, setzt sich oft noch ins Auto – etwa um die Lieferung an einer DHL-Packstation abzuholen. Die Zusteller der Deutschen Post klingeln nämlich nur einmal an der Tür. Hermes kommt ein zweites und drittes Mal. Deswegen sagt der BUND: „Wer im digitalen Bazar impulsiv und schusselig herumklickt, vervielfacht die Umweltbelastung.“ Und: Wer seine Schuhe im Laden anprobiert, merkt sofort, was besser passt – 38 oder 39.

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