Unternehmer, Mäzen und Erfinder des Kulturkaufhauses : Peter Dussmann ist tot

Er war eine besondere Unternehmenspersönlichkeit. 60.000 Beschäftigte arbeiten in seiner Gruppe. Heute ist Peter Dussmann, wenige Tage vor seinem 75. Geburtstag, gestorben.

Der Unternehmer Peter Dussmann starb wenige Tage vor seinem 75. Geburtstag.
Der Unternehmer Peter Dussmann starb wenige Tage vor seinem 75. Geburtstag.Foto: dpa

Peter Dussmann hatte im Oktober 2008 einen schweren Schlaganfall erlitten und ist an dessen Spätfolgen nun in einem Krankenhaus in Monaco verstorben, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Am 5. Oktober wäre er 75 Jahre alt geworden.

„Was im Mai 1963 mit einer guten Idee begann, der Pflege von Wohnungen in München, baute Peter Dussmann in fünfzig Jahren zu einem der weltweit größten privaten Multidienstleistungsunternehmen aus. Dabei behielt er stets die Bedürfnisse seiner Kunden und seiner Beschäftigten, aber auch die Gesellschaft als Ganzes im Blick. Die Mitglieder des Stiftungsrates werden ihn als herausragende Unternehmerpersönlichkeit mit beeindruckendem Gestaltungswillen in Erinnerung behalten“, würdigt Stiftungsratsmitglied Wolfgang Clement den Unternehmer.

Dussmann machte sich auch als Mäzen einen Namen. So setzte er sich nach der Wende für den Erhalt von Kulturdenkmälern in Ostdeutschland ein und war viele Jahre Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer der Staatsoper Unter den Linden Berlin.

Dussmann war bereits seit September 2007 nicht mehr operativ im Unternehmen tätig. Im Dezember 2010 übernahm eine Stiftung die Führung der Dussmann Group. Den Stiftungsratsvorsitz übernahm seine Frau Catherine von Fürstenberg-Dussmann.

Dussmann kam am 5. Oktober 1938 im schwäbischen Rottweil am Neckar zur Welt. Nach dem Abitur und einer Lehre als Einzelhandelskaufmann sowie Tätigkeiten im Vertrieb in verschiedenen Unternehmen gründete er im Mai 1963 einen kleinen Dienstleistungsbetrieb, den Peter Dussmann Heimpflegedienst. Er entwickelte das Unternehmen rasch und konsequent weiter, das zu einem der weltweit größten privaten Multidienstleistungsunternehmen wurde. Zu den Kernbereichen gehören das Facility-Management, mit allen Leistungen rund um das Gebäude sowie Catering, und die Pflege und Betreuung von Senioren. Von 1966 bis 2002 führte er die heutige Dussmann Group als Vorstandsvorsitzender. Darüber hinaus engagierte er sich in der Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer (ASU), heute Die Familien-unternehmer. Er wirkte dort viele Jahre im Regionalkreis München/Südbayern und war Mitglied des Vorstandes der ASU. Dussmann erhielt das Bundesverdienstkreuz. Für seinen Einsatz für den Erhalt von Kulturdenkmälern in Ostdeutschland wurde er 2003 mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz (Karl-Friedrich-Schinkel-Ring) ausgezeichnet.

2003 begann sich Peter Dussmann aus dem Tagesgeschäft der Dussmann Group zurückzuziehen. Er wechselte im September 2007 als Vorsitzender in den Aufsichtsrat. Im Oktober 2008 erlitt er in Rom einen schweren Schlaganfall und zog sich aus allen Ämtern und der Öffentlichkeit zurück.

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