Wirtschaft : Vattenfall sortiert sich neu

Deutschland-Chef Tuomo Hatakka gibt die Verantwortung für Kernkraft ab und erhält dafür die Windenergie.

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Berlin - Vattenfalls Deutschland-Chef Tuomo Hatakka hat künftig zwei große Brocken weniger auf seinem Berliner Schreibtisch liegen: Der Finne darf die Akten für die norddeutschen Kummer-Meiler Krümmel und Brunsbüttel an seinen schwedischen Vorstandskollegen Torbjörn Wahlborg abgeben. Der soll sich künftig um den Rückbau der vom Netz getrennten Kraftwerke kümmern, soll aber auch in Schweden und anderswo nach Möglichkeiten suchen, wie sich Vattenfall künftig an neuen Akw-Projekten beteiligen kann. Das ist Teil einer Neustrukturierung des schwedischen Staatskonzerns, die Vattenfall am Mittwoch bekannt gab und die ab November wirksam sein soll.

Damit wolle sich der Konzern nach Angaben seines obersten Chefs Øystein Løseth besser auf die immer wichtiger werdenden Felder, erneuerbare Energien und Kernkraft, konzentrieren. „Vattenfall möchte der Atomkraft die besondere Aufmerksamkeit geben, die ihr zukommt“, schrieb Løseth in einer Mitteilung. Vor dem Hintergrund schneidet er Vattenfalls fünf Geschäftsbereiche neu zu. Hatakka verantwortet weiterhin von Berlin aus den wichtigen Bereich Energieerzeugung (intern Production genannt), er ist also weiter für alle Aktivitäten in Braun- und Steinkohle, Erdgas und Wasserkraft – und künftig für On- und Offshore-Windkraft zuständig.

Der Niederländer Peter Smink, bisher Vattenfalls Finanzchef, wird den neuen Bereich Nachhaltige Projektentwicklung (Sustainable Asset Development) führen, in dem er alle neuen Investitionen in Erneuerbare koordiniert, wo Vattenfall angeblich künftig das meiste Geld hineinstecken will. Stefan Dohler, der einzige Deutsche in der operativen Führung, bleibt Chef des Bereiches Anlage-Optimierung und Handel (Asset Optimisation and Trading). Der Schwede Anders Dahl, der bisher für alle Erneuerbaren zuständig war, verantwortet nun den Transport und Vertrieb (Distribution and Sales).

Diese Neuordnung habe für die allermeisten Mitarbeiter hierzulande keine praktische Bedeutung, versicherte Vattenfall-Sprecher Stefan Müller dem Tagesspiegel. „Der Schritt hat auch nichts mit Arbeitsplatzabbau oder dergleichen zu tun“. Es gehe eher um Organisation, neue Türschilder und Visitenkarten. Die würden sowieso nötig, da sich auch die deutsche Tochter schon vor Wochen, wie berichtet, neu organisiert hat: Der Name Vattenfall Europe AG sei in dieser Woche aus dem Handelsregister gelöscht worden, sagte Müller. Nun heiße die Firma hier Vattenfall GmbH. Kevin P. Hoffmann

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