Was sich 2014 ändert : Wo Verbraucher mehr zahlen - und wo weniger

Strom und Porto werden teurer, die Gewerbesteuer steigt, aber Handytelefonate werden 2014 innerhalb der EU erneut günstiger. Auch sonst ändert sich einiges: Ein Überblick.

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Frohes neues Jahr: Senioren dürfen auf höhere Renten hoffen, der Fiskus lässt einen größeren Teil des Einkommens unangetastet, Handytelefonate werden billiger.
Frohes neues Jahr: Senioren dürfen auf höhere Renten hoffen, der Fiskus lässt einen größeren Teil des Einkommens unangetastet,...Foto: dpa

ANTIBIOTIKA

Ab dem 1. April 2014 wird der Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft stärker überwacht. Die eingesetzten Medikamente und die Häufigkeit ihrer Anwendung werden registriert. Fällt ein Betrieb auf, können die Überwachungsbehörden den Tierhalter verpflichten, die hygienischen Verhältnisse in den Ställen zu verbessern.

BEITRÄGE

Die Sozialversicherungsbeiträge bleiben gleich. In der gesetzlichen Krankenversicherung sind es auch im kommenden Jahr 15,9 Prozent, in der Pflegeversicherung 2,05 Prozent (Kinderlose: 2,25 Prozent) und in der Arbeitslosenversicherung drei Prozent. Allerdings steigt der Teil des Gehalts, für den man Beiträge zahlen muss. Die Beitragsbemessungsgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung klettert zum 1. Januar 2014 auf 4050 Euro im Monat, in der Arbeitslosenversicherung auf 5950 Euro (West) und 5000 Euro (Ost). Wer von der gesetzlichen Kasse in eine private Krankenversicherung wechseln will, muss ab Januar mindestens 4462,50 Euro im Monat und damit gut 70 Euro mehr als derzeit verdienen.

CITY TAX

Berlintouristen müssen ab dem Jahreswechsel eine Übernachtungsgebühr zahlen. Die City Tax beträgt fünf Prozent der Übernachtungskosten (ohne Mehrwertsteuer). Bei einem Nettohotelpreis von 300 Euro fallen also 15 Euro an. Dienstreisen sind von der neuen Steuer jedoch ausgenommen.

FLUGÄRGER

Bisher schlichtete sie vor allem bei Ärger mit der Bahn. Seit dem 1. November vergangenen Jahres ist die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) auch für Verspätungen, Ausfälle oder andere Streitereien rund ums Fliegen zuständig. Die ersten Fälle wird die SÖP aber erst jetzt auf den Tisch bekommen. Denn Flugpassagiere müssen sich mit ihren Reklamationen zunächst an die Airlines wenden, und die haben acht Wochen Zeit zu reagieren. Das heißt: Richtig rund geht’s erst ab Januar.

GESUNDHEITSKARTE

Ab dem 1. Januar brauchen gesetzlich Krankenversicherte die neue elektronische Gesundheitskarte mit Chip und Foto. Aber Ärzte können Patienten während einer Übergangszeit bis zum 1. Oktober 2014 auch mit der alten Karte weiter behandeln. Darauf weisen die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Spitzenverband der Krankenkassen hin.

GRUNDERWERBSTEUER

Wohl dem, der noch im alten Jahr in Berlin eine Immobilie gekauft hat. Im neuen steigt die Grunderwerbsteuer nämlich von fünf auf sechs Prozent, auch in Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein wird’s teurer.

HANDYTARIFE

Anrufe innerhalb der EU werden erneut billiger. Ab dem 1. Juli 2014 muss man innerhalb der EU nur noch 23 Cent pro Minute zahlen, eingehende Anrufe im EU-Ausland belasten den Angerufenen dann nur noch mit sechs Cent. Das Versenden einer SMS im Ausland kostet im nächsten Sommerurlaub sieben Cent.

HARTZ IV

Sozialhilfe und die Grundsicherung/Hartz IV steigen zum Jahreswechsel. Ein alleinstehender Erwachsener bekommt 391 Euro und damit neun Euro mehr im Monat. Für Kinder zwischen sechs und 14 gibt es sechs Euro mehr.

HONORARBERATER

Zum 1. August wird per Gesetz das Berufsbild des Honorarberaters geschaffen, der Anleger gegen Honorar berät und nicht auf Provisionsbasis.

INKASSO

Mehr Durchblick beim Schuldendienst: Inkassobüros und -anwälte müssen ab dem 1. November 2014 angeben, für wen sie ihre Forderungen eintreiben und um welche Rechnung es geht. So können Betroffene besser nachprüfen, ob sie wirklich zahlen müssen oder nicht.

Zwei Cent plus: Der Standardbrief kostet ab Neujahr schon wieder mehr.
Zwei Cent plus: Der Standardbrief kostet ab Neujahr schon wieder mehr.Foto: picture alliance / dpa

POST

Zwei-Cent-Marken sind demnächst der Renner. Denn die braucht man, um seine alten Briefmarken auf das neue Porto zu trimmen. Ab dem 1. Januar kostet der Standardbrief 60 statt 58 Cent, das Einschreiben verteuert sich um zehn Cent auf 2,15 Euro. Pakete mit einem Gewicht über zwei Kilo kosten neun Cent mehr.

RENTEN

Gute Nachricht für Rentner: Sie bekommen wahrscheinlich ab Juli mehr Geld. Im Westen dürften die Bezüge um 2,13 Prozent, im Osten um 2,25 Prozent steigen. Endgültig entschieden wird das aber erst im Frühjahr. Klar ist dagegen schon heute, dass sich die Beitragszahler nicht über eine Senkung ihrer Beiträge freuen können. Es bleibt bei 18,9 Prozent. Zudem steigt die Beitragsbemessungsgrenze auf 5950 Euro im Monat (West) und 5000 Euro (Ost).

RIESTER

Riester-Verträge können schon heute um einen Schutz gegen Berufsunfähigkeit ergänzt werden, ab dem neuen Jahr geht das aber noch besser. Dann können 20 Prozent der Altersvorsorgebeiträge – maximal 2100 Euro je Förderberechtigtem – für die zusätzliche Versicherung eingesetzt werden, bislang sind es 15 Prozent. Änderungen gibt es auch beim Wohn-Riester: Hier können Sparer ab dem 1. Januar Kapital nicht nur – wie bislang – entnehmen, um damit eine Immobilie zu kaufen oder zu bauen, sondern auch um eine bestehende Finanzierung abzulösen.

SEPA

Ab dem 1. Februar 2014 ändert sich der Zahlungsverkehr im Euro-Raum. Statt Bankleitzahl und Kontonummer benötigt man für Lastschriften dann die Iban, die beides zusammenführt. Bankkunden finden ihre Iban auf dem Kontoauszug und der Bankkundenkarte. Spielt die Bank mit, können sich Verbraucher mit dem Ausfüllen der komplizierten Sepa-Lastschrift aber noch bis zum 1. Februar 2016 Zeit lassen. Inländische Überweisungen dürfen die Kreditinstitute dann während dieser Übergangsfrist noch mit Kontonummer und Bankleitzahl annehmen.

SILBER

Silbermünzen werden ab dem 1. Januar teurer. Denn dann fällt auch für sie der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent an. Bislang sind Käufer des China-Pandas oder des australischen Kookaburra mit sieben Prozent davongekommen. Auf Silberbarren waren dagegen stets die vollen 19 Prozent fällig gewesen.

STAUBSAUGER

Die EU zwingt ihre Bürger zum Stromsparen. Nach der Glühbirne trifft es nun die Staubsauger. Ab dem 1. September dürfen nur noch Geräte verkauft werden, die weniger als 1600 Watt Leistung erbringen. Zudem bekommen die Geräte ein Label, das den Verbrauch anzeigt – vom grünen A (gut) bis zum roten G (schlecht).

STEUERN

Mehr Netto vom Brutto: Das Jahreseinkommen, das der Fiskus verschont, steigt im Januar von 8130 auf 8354 Euro. Wer Kinder hat, profitiert noch einmal: Der steuerliche Kinderfreibetrag wird von 4368 auf 4440 Euro im Jahr erhöht.

STROM

Die Förderung erneuerbarer Energien treibt die Rechnung der Stromkunden weiter in die Höhe. Ab Januar steigt die EEG-Umlage für die Kilowattstunde Strom um 0,963 Cent auf 6,240 Cent. Für einen Haushalt mit einem Durchschnittsverbrauch von 3500 Kilowattstunden im Jahr macht das 2,80 Euro mehr im Monat. Weitere Hiobsbotschaften folgen auf dem Fuß: Zum Jahreswechsel haben über 360 Versorger Preiserhöhungen angekündigt, warnt das Internetportal Toptarif. Berlins größter Anbieter Vattenfall ist aber nicht dabei.

VERKEHRSSÜNDER

Punktereform bei der Flensburger Verkehrssünderkartei. Ab dem 1. Mai ist man nicht mehr mit 18 Punkten, sondern schon mit acht den Führerschein los. Dafür wird aber auch die Punkteskala umgestellt. Das Handytelefonieren am Steuer bringt künftig einen Punkt, das Überfahren einer roten Ampel zwei.

WARMWASSERZÄHLER

Vermieter müssen ab dem 1. Januar geeichte Warmwasserzähler und Heizwärmmessgeräte verwenden und alte Geräte austauschen. Falls nicht, dürfen Mieter die auf sie entfallenden Kosten für Warmwasser und Heizung pauschal um 15 Prozent kürzen.

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