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Welt-Energie-Ausblick : Energiewende ganz anders

13.11.2012 00:00 Uhrvon

Erneuerbare Energien kosten. Das ist nicht neu, wird aber nach Ansicht der Internationalen Energie-Agentur tiefgreifende Änderungen in der Weltwirtschaft nach sich ziehen. Die USA könnten profitieren.

Die Welt steht in den kommenden 20 Jahren womöglich vor einem tiefgreifenden Wandel der Energieversorgung. So dürften die USA schon in fünf Jahren der größte Öl- und Gasproduzent der Erde und von Importen praktisch unabhängig werden. Das sagt die Internationale Energie-Agentur (IEA) in ihrem Welt-Energie-Ausblick 2012 voraus, der am Montag in London vorgestellt wurde. „Die Grundpfeiler des weltweiten Energiesystems werden verschoben“, sagte IEA-Chefökonom Fatih Birol.

Wirtschaft und Verbraucher in den USA können demnach auf sinkende Energiepreise hoffen. Europäer und Japaner dagegen müssen sich in Zukunft auf höhere Strompreise als in anderen Regionen der Welt einstellen.

Im Jahr 2035 werde der Strompreis pro Kilowattstunde bei 24 US-Cent in Japan und bei 19 US-Cent (vor Steuern) in Europa liegen, prognostiziert die IEA. In China werde die Verbraucher nur sieben Cent zahlen, in den USA etwa 14 Cent.

Als Grund nennt die Agentur den Verzicht auf billige Kernenergie und einen höheren Anteil teurerer erneuerbarer Energien. „Der Verzicht auf Nuklearenergie in einigen Ländern wie Deutschland und Japan ist vor dem Hintergrund der drohenden Klimaerwärmung besorgniserregend“, sagte Birol. Die Beschlüsse erschwerten das Ziel, die Klimaerwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen.

Der „World Energy Outlook“ der IEA ist ein jährlich aktualisierter, fast 700-Seiten starker Bericht, der Politikern und Unternehmen als Entscheidungshilfe für Investitionen dienen soll. Die Prognose soll am heutigen Dienstag auch in Berlin im Detail vorgestellt werden. Das könnte den Streit um Energiewende und steigende Strompreise weiter anfachen.

Die IEA, 1973 gegründet, berät 28 westliche Industriestaaten in Hinblick auf Energieversorgungssicherheit und befürwortet seit jeher die Kernkraft. Vor vier Jahren hatte der damalige IEA-Exekutivdirektor Nobuo Tanaka zur „technologischen Revolution“ aufgerufen. Um den Klimawandel noch zu begrenzen, müssten die Staaten der Welt bis zum Jahr 2055 die gewaltige Summe von umgerechnet 29 Billionen Euro investieren – damit solle man weltweit bis zu 1400 Kernkraftwerke bauen. Zudem solle man massiv in Windkraft investieren.

Zwar werden derartige Thesen hierzulande sicher keine erneute Abkehr vom Atomausstieg einleiten. Gleichwohl treffen die Aussagen der Organisation einen wunden Punkt: Das nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima beschlossene AKW-Moratorium hat nämlich offenbar zu einem Anstieg der klimaschädlichen Kohleverstromung geführt. So brach der Verbrauch von Energie aus Kernkraftwerken hierzulande im ersten Quartal 2012 um mehr als 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein, zugleich stieg der Verbrauch von Strom und Wärme aus Stein- und Braunkohle um zwei beziehungsweise gut acht Prozent, wie aus Zahlen des Energieverbandes BDEW hervorgeht. Den damit verbunden Mehrausstoß von Kohlendioxid in Deutschland konnte auch das Wachstum der erneuerbaren Energien um knapp neun Prozent nicht kompensieren.

Japan und sogar Frankreich haben politisch entschieden, die Rolle der Kernkraft zurückzudrängen. In Kanada und den USA ist es das billige Gas, das den Bau neuer Meiler verhindert, glaubt die IEA. Unterm Strich werde in 20 Jahren aber mehr Atomstrom produziert. Denn China, Indien, Korea und Russland setzen voll auf Kernkraft.

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