Welt-Wohlstandsbericht : In Deutschland gibt es rund 116.000 neue Dollar-Millionäre

Mehr Reiche in Deutschland, trotzdem leben die meisten Reichen auf der Welt immer noch in Nordamerika. Doch die Asiaten sind ihnen dicht auf den Fersen.

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Auch Oldtimer muss man sich leisten können. In Schwellenländern wie China oder - hier im Bild - Brasilien wächst die Zahl der Millionäre. Foto: AFP
Auch Oldtimer muss man sich leisten können. In Schwellenländern wie China oder - hier im Bild - Brasilien wächst die Zahl der...Foto: AFP

Vor allem die gute Entwicklung an den Aktienmärkten hat die Zahl der weltweit Reichen und Superreichen im vergangenen Jahr um knapp 1,8 Millionen auf 13,7 Millionen ansteigen lassen. Laut Welt-Wohlstandsbericht der Unternehmensberatung Cap Gemini und der Royal Bank of Canada kletterte ihr Vermögen um 14 Prozent auf den Rekordbetrag von insgesamt 52,6 Billionen Dollar (umgerechnet rund 38,7 Billionen Euro).

In Deutschland stieg die Zahl der Menschen, die über mindestens eine Million Dollar in bar, im Wertpapierdepot und in nicht selbst genutzten Immobilien verfügen, um rund 116 000 auf 1,1 Millionen. Dies ist weltweit Rang drei hinter den USA, wo es vier Millionen Millionäre gibt, und Japan (2,3 Millionen). „Hauptgrund für den zweitstärksten Anstieg seit dem Jahr 2000 waren die gute Wirtschaftslage und die gute Entwicklung der Aktienkurse“, sagt Klaus-Georg Meyer, Vize-Präsident bei Cap Gemini. Sogar um fast 16 Prozent erhöhte sich 2013 die Zahl der Menschen, die 30 Millionen Dollar und mehr ihr Eigen nennen. Von ihnen gab es Ende 2013 weltweit 128 300. Sie hielten fast 35 Prozent des Vermögens aller Reichen. 1,2 Millionen Menschen besitzen mehr als fünf Millionen Dollar.

China holt mächtig auf

Nach wie vor leben die meisten Millionäre in Nordamerika. Dort sind es 4,3 Millionen, fast 600.000 mehr als im Jahr 2012. In der Region Asien-Pazifik sind es mit 4,3 Millionen allerdings nur 10.000 weniger. Hier rückten im vergangenen Jahr rund 640.000 Menschen in die Gruppe der Reichen auf. Für Europa nennt die Studie 3,8 Millionen Millionäre, im Mittleren Osten sind es 570.000, in Lateinamerika 540.000 und in Afrika rund 100.000.

Bezogen auf einzelne Länder ist die Zahl der Reichen in China im vergangenen mit einem Plus von fast 18 Prozent auf 758 000 am stärksten gestiegen. Die Schweiz liegt mit einem Zuwachs von knapp 17 Prozent auf 330 Millionäre knapp dahinter. In Italien berührt die aktuelle Euro-Krise die Reichen wenig: Auch dort gab es ein deutliches Plus von fast 16 Prozent auf 203 000 Millionäre.

Deutlich macht die Studie auch die krassen Unterschiede in Brasilien, wo gerade die Fußball-Weltmeisterschaft stattfindet. Sie nennt damit indirekt einen der Gründe für die immer wieder aufflammenden Proteste der Bevölkerung. In Brasilien verfügten Ende 2013 rund 172.000 Menschen über mehr als eine Million Dollar, 7000 mehr als ein Jahr zuvor. 12 800 Personen besitzen dort ein Vermögen von mehr als 30 Millionen Dollar. Damit leben zehn Prozent der weltweit Superreichen in Brasilien. Bezogen auf Südamerika sind es 60 Prozent. Insgesamt gibt es im größten Land Südamerikas mit seinen 192 Millionen Menschen mehr Millionäre als etwa in Russland, Saudi-Arabien, Kuwait oder Hongkong. „In Brasilien gibt es die höchste Konzentration von Millionären“, sagt Meyer.


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