Wirtschaft : Wenn Affen brennen und Waschmaschinen explodieren

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Berlin - Ohne die Stiftung Warentest würden Verbraucher von vielen Gefahren, die ihnen drohen, nichts wissen. Dass sich bei der „Candy“-Waschmaschine gelegentlich die Trommel selbstständig macht und durch den Maschinendeckel schlägt, dass Würzöle gesundheitsgefährdende Schadstoffe enthalten können und dass manche Spielzeug schnell in Flammen aufgeht, dieses Wissen haben die Bürger den jüngsten Tests der Stiftung Warentest zu verdanken. Dennoch nimmt das Interesse an den Testzeitschriften ab. 2010 wurden nur noch rund 492 500 „Test“-Hefte (2009: 510 000) und 243 000 „Finanztest“-Zeitschriften (2009: 253 000) verkauft, sagte der scheidende Vorstand, Werner Brinkmann, am Donnerstag in Berlin. Er räumt seinen Posten altersbedingt und wird am 1. Januar 2012 von „Test“-Chefredakteur Hubertus Primus abgelöst.

Dass die Auflagen sinken, führt Brinkmann auf die wachsende Konkurrenz mit dem Internet zurück. 2010 zählte das Internetportal test.de rund 32 Millionen Besucher (2009: 29 Millionen) und brachte der Stiftung Umsatzerlöse von rund zwei Millionen Euro (2009: 1,5 Millionen Euro). Die Tester sind darüber hinaus noch auf Youtube und Facebook vertreten und betreiben eine Twitter-Seite. Derzeit arbeitet die Stiftung an einer „General-App“, mit der Besitzer von Smartphones beim Einkauf im Laden die passenden Testergebnisse abrufen können.

Dass die Stiftung trotz des Auflagenrückgangs schwarze Zahlen schreiben konnte, liegt nicht zuletzt an Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner. Diese hatte den Testern Ende 2009 ein Stiftungskapital von 50 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, von denen inzwischen der Großteil – 40 Millionen Euro – überwiesen ist. Mit einer Nettorendite von knapp drei Prozent bessern die Kapitalerträge die Bilanz auf. Unterm Strich erwirtschaftete die Stiftung im vergangenen Jahr so einen Überschuss von 774 000 Euro. 2009 waren es 825 000 Euro. Heike Jahberg

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