Wirtschaft : Zahl der Firmengründer geht zurück Selbstständigkeit ist vielen zu riskant

Berlin - Wegen der sinkenden Arbeitslosigkeit machen sich wieder weniger Deutsche selbstständig. Nach einer Prognose des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) wird ihre Zahl 2012 erstmals seit vier Jahren unter 400 000 liegen. „Damit gilt in Deutschland wieder der Faustformel: Weniger Arbeitslose, weniger Existenzgründungen“, sagte DIHK-Experte Marc Evers. Der DIHK stützt seine Prognose auf eine Umfrage unter den IHK-Gründerberatern. Nur zwei Prozent von ihnen rechnen mit mehr, 47 Prozent mit weniger Firmengründungen in ihren Regionen, die restlichen 51 Prozent mit gleichbleibendem Interesse.

In Deutschland werden in wirtschaftlich schlechten Zeiten traditionell mehr Unternehmen gegründet, weil viele Erwerbstätige aus Angst vor Arbeitslosigkeit den Sprung in die Selbstständigkeit wagen. In besseren Zeiten werde dagegen das sichere Angestelltendasein vorgezogen. „Zumal Hochqualifizierte wegen des Fachkräftemangels eine gute Verhandlungsposition haben und lukrative Gehälter herausholen können“, sagte Evers.

Die Zahl der Arbeitslosen wird nach Prognose der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute 2012 um knapp 200 000 auf 2,8 Millionen sinken, die Beschäftigung um fast 200 000 auf den Rekordwert von 41,3 Millionen steigen.

Chancen für Gründer sieht der DIHK vor allem bei gesundheitsbezogenen Dienstleistungen. „Das ist eine Folge der demografischen Entwicklung“, sagte Evers. Erfolgsaussichten gebe es bei Firmen-Dienstleistungen, insbesondere im Bereich der Informationstechnik (IT). „In diesen Sparten sind Gründungen mit relativ geringen Anfangsinvestitionen möglich“, sagte Evers. „Um etwa eine Beratungsleistung anzubieten, reicht in vielen Fällen ein Büro und eine gute Computer-Ausstattung.“ rtr

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben