Zum Winter : Air Berlin streicht hunderte Flüge

Die Fluggesellschaft Air Berlin schrumpft weiter. Unrentable Strecken sollen aus dem Netz des angeschlagenen Unternehmens verschwinden. Betroffen ist auch die Hauptstadt.

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Weniger Air Berlin in Hamburg. Unter Hartmut Mehdorn hat sich die Fluggesellschaft einen harten Sparkurs auferlegt. Foto: dpa
Weniger Air Berlin in Hamburg. Unter Hartmut Mehdorn hat sich die Fluggesellschaft einen harten Sparkurs auferlegt.Foto: dpa

Air Berlin bietet immer weniger Sitzplätze an: Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft streicht rund 1000 Flüge aus dem ursprünglich vorgesehenen Winterflugplan, der ab Oktober gilt. Besonders hart trifft es den Standort Hamburg, den fünftgrößten Flughafen des Landes. Hier will Air Berlin nach Angaben von Dienstag die „unrentablen Strecken“ nach Karlsruhe, Barcelona und Zürich ganz streichen und nach Nürnberg weniger Flüge anbieten. Statt der geplanten 220 Flüge pro Woche bietet Air Berlin nur noch 182 Verbindungen von Hamburg aus an. Der Vorstand begründet den Schritt mit der Luftverkehrssteuer, die Inlandsstrecken besonders unrentabel mache, vor allem deutsche Gesellschaften treffe und Arbeitsplätze vernichte – auch an Flughäfen.

Die Hamburger Flughafengesellschaft wies die Behauptung zurück, die Strecken seien unattraktiv. Zürich und Barcelona würden bereits auch von anderen Anbietern angeflogen. Gleichwohl rechnet der Flughafen wegen der Entscheidung mit sinkenden Passagierzahlen und verhängte einen Einstellungsstopp.

Auch andere Airports sind betroffen. So streicht Air Berlin die Routen zwischen Berlin und Münster, Stuttgart und Mailand sowie zwischen Sylt und Köln. Im Vergleich zur vergangenen Wintersaison soll die Kapazität insgesamt um zwei Prozent sinken. Im ersten Halbjahr hatte Air Berlin den Umfang bereits um 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum reduziert. Da die Zahl der Gäste nur um gut fünf Prozent sank, stieg die Auslastung dementsprechend um zwei Prozent.

Der Lufthansa-Konzern (inklusive Swiss und Austrian) dagegen erhöhte in demselben Zeitraum die Sitzplatzkapazität seiner Flotten leicht um gut zwei Prozent. Trotzdem konnte er seine Auslastung steigern und 3,4 Prozent mehr Fluggäste befördern, wie er am Dienstag mitteilte.

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