247 400 000 000 Euro : Ausgaben für Bildung und Forschung steigen

Die Ausgaben für Bildung und Forschung in Deutschland steigen. Vor allem Firmen zahlen mehr für Forschung, ebenso der Staat. Privathaushalte investieren dagegen kaum zusätzlich.

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Errechnet. Schulen machen einen großen Posten der Ausgaben aus.
Errechnet. Schulen machen einen großen Posten der Ausgaben aus.Foto: picture alliance / dpa

Von dem Geld könnte man theoretisch die Berliner Hochschulen fast 250 Jahre lang finanzieren. Es handelt sich um 247,4 Milliarden Euro – so viel wurde in Deutschland 2012 insgesamt für Bildung und Forschung ausgegeben. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Ausgaben damit um rund 4,5 Milliarden Euro, also 1,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. Die Summe setzt sich aus vielen verschiedenen Posten zusammen: Dazu gehören unter anderem die staatlichen Zuschüsse für Kitas, Schulen, Hochschulen genauso wie Forschungsausgaben der Wirtschaft und Kosten, die bei Privatpersonen etwa für Lehrbücher oder Nachhilfe anfallen.

Die Steigerung ist vor allem auf erhöhte Mittel für Forschung und Entwicklung zurückzuführen (plus vier Milliarden Euro). Allein die Wirtschaft investierte hier 2,7 Milliarden Euro zusätzlich, der Staat noch einmal knapp eine Milliarde mehr als im Jahr zuvor. Die höheren Staatsausgaben führten die Statistiker unter anderem auf die Exzellenzinitiative der Universitäten zurück. Insgesamt wurden für die Forschung 79,5 Milliarden Euro ausgegeben.

Den größten Posten – nämlich 134,9 Milliarden Euro – machen die „direkten Ausgaben für formale Bildungseinrichtungen“ aus. Darunter fassen die Statistiker das Geld zusammen, das für Lehrkräfte und anderes Personal an Kitas, Schulen und Hochschulen benötigt wird. Ebenso gehören die Ausgaben für Lehrmittel an diesen Einrichtungen dazu und Bau, Energie, Reinigung und Erhaltung von Schulgebäuden. Genauer aufgeschlüsselt ist dieser große Bereich in dem Bericht der Statistiker nicht.

Die Ausgaben für die Bildungsförderung (dazu gehört unter anderem das Bafög) sowie von Privathaushalten für Bildungsgüter (wie Nachhilfe oder Taschenrechner) ergaben zusammengerechnet 20,3 Milliarden Euro. Das entspricht dem Niveau des Vorjahres. Für die betriebliche Weiterbildung wurden 10,4 Milliarden Euro ausgegeben, für Krippen, Horte und die Jugendarbeit 10,5 Milliarden Euro.

Insgesamt entsprachen die Bildungs- und Forschungsausgaben 9,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2012. Deutschland hat also die Zehnprozentmarke, die sich Bund und Länder als Ziel für das Jahr 2015 gesetzt haben, noch nicht erreicht. Vor allem der Bildungsanteil ist zu gering und bleibt noch unter den dafür angepeilten sieben Prozent. Der Anteil von drei Prozent, der für den Bereich Forschung und Entwicklung vorgesehen ist, ist dagegen bereits erreicht.

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