AhA : Warum hält sich Schweißgeruch in der Wäsche?

26.08.2009 00:00 UhrVon Thomas de Padova

Nyltest-Hemden hatten es wirklich in sich. Die Wäsche aus Kunstfaser musste nicht lang getragen werden, schon entfaltete sie einen herben Geruch, der deutlich an Umkleideräume erinnerte.

Dabei riecht frischer Schweiß überhaupt nicht. Er schafft lediglich das feuchte Milieu, in dem Bakterien florieren. Die Mikroben vermehren sich besonders unter den Achseln, wo sich die Feuchtigkeit nicht so schnell wieder verflüchtigt. Dort befinden sich auch die apokrinen Schweißdrüsen, die bei Stress oder sexueller Erregung Fette, Eiweißstoffe und Steroide ausscheiden und einen Nährboden für Bakterien schaffen.

„Schweißgeruch entsteht erst durch die Abbauprodukte der Mikroorganismen“, sagt Hans-Jürgen Buschmann vom Deutschen Textilforschungszentrum Nord-West e.

V. in Krefeld. Übel riechende kurzkettige Fettsäuren und ähnlich penetrante Zersetzungsprodukte des männlichen Sexualhormons Testosteron zählen dazu. Saugt eine Faser diesen Schweißcocktail auf, setzen die Mikroben ihr Werk auf der feuchten Wäsche fort. Sie fängt an zu riechen. Wie schnell und wie stark, hängt vom Material ab.

Feuchtigkeit ist jedoch nicht das alleinige Kriterium. Entscheidend für den dauerhaften Schweißgeruch von Nyltest-Hemden ist vielmehr, dass der Stoff die Abbauprodukte, die im Schweiß enthalten sind, festhält. Sie dringen in die synthetische Faser ein und werden von Waschmitteln, die nur die Oberfläche vom Schmutz befreien, nicht herausgelöst. Die Faser wirkt wie ein Speicher für Achselduft. Unabhängig vom Material rät der Textilexperte Buschmann deshalb: Stark verschwitzte Wäsche erst gut trocknen, bevor sie in den Wäschebehälter kommt, dann sterben die Bakterien früher. Thomas de Padova

Aktuell auf tagesspiegel.de

Umfrage

Sollte es eine allgemeine Verjährungsfrist für Plagiatsvergehen in akademischen Arbeiten geben?

Weitere Themen

Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
Diskutieren Sie mit!
Braunkohle-Tagebau des Vattenfall-Konzerns bei Jänschwalde .Aus Jänschwalde und Cottbus-Nord werden täglich zirka 60.000 Tonnen Braunkohle gefördert. Mit dieser Energie kann der Tagesbedarf einer Großstadt gedeckt werden. Foto: dpa

Solarenergie, Berichte von den Klimakonferenzen, Atomkraft und vieles mehr aus den Themenbereichen "Energie und Umwelt".

Energie

Krankenkassen-Vergleich

Foto:

• Beitragsrechner
• Versicherungsvergleich
• Tipps zum Wechsel

Der schnelle Weg zur günstigen Krankenkasse.

Hier vergleichen
Foto:

Dr. Dollars Diagnose und weitere Artikel aus unserem Gesundheit-Ressort.

Gesundheit

Alles rund um's Studium

Biowetter, Deutschlandwetter und internationales Wetter, Niederschlagsmengen, Reisewetter und aktuelle Satellitenbilder. Behalten Sie das Wetter im Griff!

Tagesspiegel Wetterseite