AhA : Warum läuft das Navi im Tunnel?

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Premiere in Berlin: Die Firma Blaupunkt präsentiert mit „Autosuper AS 5“ das erste Autoradio. Dank moderner Glaskolbentechnik wiegt es nur 15 Kilogramm, der Empfang ist trotz Erschütterungen halbwegs konstant. Die Musik auf Rädern hat seit 1932 eine unüberhörbare Entwicklung genommen. Bei Nachtfahrten oder im Stau ist sie ein verlässlicher Begleiter. Eine Schwachstelle ist bis heute geblieben: Im Tunnel geht der Empfang meist verloren. Rundfunksender arbeiten zwar mit leistungsstarken Antennen, doch der Tunnel schirmt Radiowellen ab. Rauschen. Sendepause.

Das Navigationsgerät hingegen läuft im Tunnel weiter. Dabei ist dessen Sender weit entfernt: Die Satelliten, die die Positionsbestimmung rund um den Globus gewährleisten, kreisen in 20 000 Kilometern Höhe. Obendrein sind sie viel schwächer als Rundfunksender. „Das ist so, als wollten Sie aus 20 000 Kilometern Entfernung das Licht einer 100-Watt-Glühbirne empfangen“, sagt Michael Meurer, Navigationsexperte am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen. Ein Code macht’s möglich. Das Satellitensignal hat eine Feinstruktur, über die es vom Empfangsgerät erkannt und über eine längere Zeitspanne hinweg gesammelt wird.

Auch das schwache Satellitensignal dringt nicht in den Tunnel vor. Findige Ingenieure haben jedoch einen Ersatz für die ausbleibende Satellitenortung gefunden. Die einfachste Variante: Das Gerät geht davon aus, dass das Auto seine Geschwindigkeit beibehält. Bei Staus oder Abzweigungen im Tunnel kann dies zu erheblichen Abweichungen führen.

Besser ist es, die Bewegungen des Fahrzeugs zu verfolgen, etwa mit Radsensoren. „Sie messen die Umdrehungsgeschwindigkeit der Räder und schließen daraus auf die zurückgelegte Strecke“, erklärt Meurer. Voraussetzung dafür ist eine Verbindung zwischen Sensoren und Navigationsgerät. „Die hat man nur bei fest eingebauten Geräten.“ Ideal für das Saugnapfnavi sind Beschleunigungssensoren. Sie registrieren Änderungen der Geschwindigkeit und errechnen so die Position des Autos. Thomas de Padova

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