AhA : Warum starten Raketen senkrecht?

Und warum darf bei schlechtem Wetter nicht gestartet werden?

Thomas de Padova

Flugzeuge wie der Jumbo nutzen zum Fliegen den Auftrieb. Ihre Tragflächen müssen groß sein, aber auch gut geformt, um den Widerstand der Luft gering zu halten. Wenn Sie beim Autofahren die Hand waagerecht aus dem Fenster halten, spüren Sie den Auftrieb. Halten Sie sie senkrecht, bekommen Sie es mit dem Luftwiderstand zu tun.

Raketenbauer scheren sich nicht um den Auftrieb. Sie konstruieren Flugobjekte ohne Flügel. Raketen sehen aus wie Zigarren und starten senkrecht. Wieso?

„Um etwa eine geostationäre Bahn zu erreichen, muss die Rakete auf eine Höhe von 36 000 Kilometern kommen“, sagt Oskar Haidn vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Lampoldshausen. Flügel würden ihr nur auf den ersten Höhenkilometern nützen. Danach wird die Luft dünn und dünner, die Auftriebskraft kleiner und kleiner. Auf sie können Raumfahrtingenieure nicht setzen.

„Am besten bringt man den Bereich, in dem der Luftwiderstand die Geschwindigkeitserhöhung begrenzt, so schnell wie möglich hinter sich“, sagt Haidn. Auf diese Weise könne man die 28 000 km/h, die zum Verlassen der Erde erforderlich sind, am besten erreichen.

Eine Ariane-V-Rakete ist beim Start mehr als doppelt so schwer wie der Jumbo. Sie besteht fast nur aus Treibstoff. Auf Touren kommt sie dadurch, dass aus ihren Düsen Unmengen Verbrennungsgase strömen. Das gibt ihr den nötigen Schub. Deshalb der viele Treibstoff und die Leichtbauweise. Schon ein kräftiger Seitenwind kann sie auseinanderreißen. Deshalb das Startverbot bei schlechtem Wetter. Thomas de Padova

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