Wissen : Alles E-mobil: Künast ratlos in Adlershof

Renate Künast, die grüne Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl, will Berlin zur weltweit führenden Stadt der Elektromobilität machen. Das hat sie häufig betont. Und auch als sie bei einer Diskussion auf dem Campus Adlershof am Dienstagabend ihre Ideen für den Bildungs- und Forschungsstandort Berlin präsentierte, kam sie immer wieder auf das Thema E-Mobility zu sprechen, was beispielhaft für einen ökologischen Zugang zur Forschung stehe.

Darüber hinaus scheint Künast aber nur vage Vorstellungen für die Berliner Wissenschaftslandschaft mit ihren großen Universitäten und den vielen Forschungsinstituten zu haben. Neben der Energietechnologie setze sie für Berlin auf Medizin und Pharmazie sowie auf Kreativwirtschaft, sagte Künast. Diese Bereiche („Cluster“) hat der rot-rote Senat schon seit längerem zu den Zukunftsfeldern Berlins erklärt. Auf Nachfragen, was sie da konkret anders machen würde oder wo sie Versäumnisse des Senats sehe, erklärte sie, Berlin müsse in Brüssel für mehr Geld aus dem neuen EU-Haushalt kämpfen. Auch liege es ihr sehr am Herzen, die Hochschulen besser „mit den Gewerbegebieten der Stadt“ zu verbinden. Welche Gewerbegebiete sie neben bereits existierenden Forschungscampus wie Adlershof, Buch, Charlottenburg oder Dahlem hinaus da noch im Blick haben könnte, ließ Künast offen. Wolkig blieb auch ihre Antwort auf die Frage, ob Wissenschaft womöglich mehr bedeute als verwertungsorientierte Forschung: „Die Hochschulen müssen Teil einer gesellschaftlichen Debatte sein.“

Ansonsten regte Künast an, dass sich die Akteure der Wissenschaft und Wirtschaft häufiger als bisher an einen Tisch setzen, um den Standort Berlin voranzubringen. Ihre Herangehensweise dabei fasste Künast so zusammen: „Wir müssen eine Idee entwickeln. Daraus wird sich dann eine Hausaufgabe ergeben.“ tiw

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