Anfang des Universums : Forscher zeichnen Echo des Urknalls auf

US-Forschern ist es gelungen, Signale aus den ersten Sekundenbruchteilen nach dem Urknall aufzuzeichnen - vor fast 14 Milliarden Jahren. Das dürfte die Theorie zur Entstehung unseres Universums untermauern und die Forscher zu Nobelpreis-Kandidaten machen - so die Messung stimmt.

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So könnte die "Inflation" des Kosmos nach dem Urknall ausgesehen haben - Forscher haben nun Signale zur Ausbreitung aufgezeichnet
So könnte die "Inflation" des Kosmos nach dem Urknall ausgesehen haben - Forscher haben nun Signale zur Ausbreitung aufgezeichnetFoto: dpa

US-Forschern ist es eigenen Angaben zufolge gelungen, Signale aufzuzeichnen, die ihren Ursprung unmittelbar nach dem Urknall haben. Damit haben sie erstmals Hinweise zu einer extrem frühen Epoche des Universums erhalten, die mit bisherigen Methoden nicht untersucht werden konnte. Zwar gibt es allerhand Theorien dazu, was in den ersten Sekundenbruchteilen geschah, Beweise fehlten aber. Die verbreitete und gleichwohl umstrittene Annahme, wonach der Kosmos zu Beginn eine „Inflation“ durchmachte – eine Phase, in der er sich extrem schnell ausdehnte – sei durch ihre Messungen erstmals bestätigt worden, teilten die Forscher um John Kovac vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics am Montag mit.
Sie hatten mit einem Spezialteleskop am Südpol die kosmische Hintergrundstrahlung untersucht, die Aufschluss über den Zustand des Alls etwa 380.000 Jahre nach dem Urknall gibt. Der Theorie zufolge sollte diese Strahlung jedoch von Gravitationswellen beeinflusst sein, die bereits während der Inflation entstanden und seitdem durch das Universum jagen. Genau das habe man nun belegen können, behaupten die Wissenschaftler. „Der Nachweis dieses Signals ist eines der größten Ziele der Kosmologie“, sagte Kovac.

Tatsächlich wird der Befund von Fachleuten als nobelpreiswürdig eingestuft – sofern er korrekt ist. Kovac zufolge ist die Wahrscheinlichkeit eines Irrtums eins zu 3,5 Millionen. Dennoch werden im nächsten Schritt andere Forscher versuchen, mit ihren Teleskopen ebenfalls die fast 14 Milliarden Jahre alten Signale aufzuspüren. Sollte das gelingen, eröffnet sich für die Wissenschaftler ein Blick bis fast an den Urknall heran, der noch einige Überraschungen bringen dürfte.

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