Biologie : Neuer Pfeilgiftfrosch in Panama

Er ist kaum größer als eine Cent-Münze und leuchtend orange: Forscher habe mit Hilfe einer Erbgutanalyse eine neue Froschart identifiziert.

Nur 17 Millimeter groß aber alles andere als harmlos: Auch diese neu entdeckte Pfeilgiftfroschart Andinobates geminisae produziert ein Gift, das Indios für Blasrohrpfeile nutzen. Foto: Smithsonian Tropical Research Institute
Nur 17 Millimeter groß aber alles andere als harmlos: Auch diese neu entdeckte Pfeilgiftfroschart Andinobates geminisae produziert...Foto: Smithsonian Tropical Research Institute

Eine leuchtend orangefarbene Froschart haben Forscher in Panama entdeckt. Exemplare der nur 12 Millimeter großen, zu den Pfeilgiftfröschen gehörenden Amphibienart werden seit 2011 am Rio Caño im Distrikt Donoso, 120 Kilometer westlich von Panama-Stadt gefunden. Doch erst jetzt identifizierten Wissenschaftler des Smithsonian Tropical Research Institute (STRI) die Tiere aufgrund von DNA-Analysen als Angehörige einer bisher unbekannten Froschart.

Nach "geliebter Frau" benannt

Der Andinobates geminisae genannte Pfeilgiftfrosch unterscheide sich von den drei anderen in Panama bekannten Arten dieser Froschgattung wegen seiner durchgehend orangefarbenen und glatten Haut, der kleineren Größe und einem einzigartigen Warnruf der Männchen, teilte das STRI auf seiner Webseite mit. "Geminisae" stehe dabei für Geminis Vargas "die geliebte Frau" eines der beteiligten Forscher, Marcos Ponce von der Universität Chiriquí (Panama), der diese Froschpopulation gemeinsam mit seinem Kollegen Abel Batista schon seit Jahren beobachtet. Doch da sie nicht sicher waren, ob sie eine neue, eigenständige Art von Pfeilgiftfrosch entdeckt hatten oder nur eine weitere von vielen Farbvarianten der bekannten Erdbeerfröschchen, Oophaga pumilio, wendeten sie sich an Andrew Crawford, Professor an der kolumbianischen Anden Universität. Er analysierte die DNA der Frösche und bestätigte, dass es sich um eine eigene Art handelt.

Bedrohte Art

Wie viele Pfeilgiftfrösche ist auch Andinobates geminisae von der Abholzung in ihrem begrenzten Lebensraumes und tödlichen Pilz-Infektionen bedroht, schreiben die Forscher im Fachblatt "Zootaxa". Die Art soll deshalb in ein Züchtungsprogramm aufgenommen werden, um ihr Überleben zu sichern.

Pfeilgiftfrösche tragen ihren Namen, weil sie aus ihrer Haut ein Gift absondern. Frösche der Art Phyllobates terribilis, den schrecklichen Pfeilgiftfrosch, tragen manche Indios Mittel- und Südamerikas in einem Behälter mit sich herum, streifen den Tieren mit einem Blasrohrpfeil über den Rücken und können mit den so vergifteten Pfeilen auf Jagd gehen. Die bunten Farben der Frösche warnen Fressfeinde vor der Ungenießbarkeit.

Anders als die meisten europäischen Frösche, legen Pfeilgiftfrösche nur wenige Eier, oft in die wassergefüllten Trichter von Bromelien, und kümmern sich um die Kaulquappen, sobald sie geschlüpft sind. Dabei transportieren einige Arten die Kaulquappen sogar auf dem Rücken in frische Bromelientrichter und ernähren den Nachwuchs mit unbefruchteten Nähreier. (skb/dpa)

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