DAAD-Umfrage : Internationale Studierende sind gern in Deutschland

Gaststudierende schätzen die Qualität deutscher Unis und hoffen, nach ihrem Abschluss hier arbeiten zu können. Die meisten fühlen sich gut in den Studienalltag integriert. Probleme gibt es bei der Wohnungssuche und Visabeantragung. Das ergibt eine Umfrage des DAAD.

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Die Uni ist bunt. International Day an der Universität in Frankfurt (Oder). Foto: picture alliance / dpa
Die Uni ist bunt. International Day an der Universität in Frankfurt (Oder).Foto: picture alliance / dpa

Was macht deutsche Unis so attraktiv für Studierende aus dem Ausland? Ihre Zahl war im Wintersemester 2013/14 mit 301 350 auf Rekordhöhe. Ist es die Studiengebührenfreiheit, die ab diesem Herbst wieder bundesweit gilt? Nach einer am Donnerstag vom Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD) veröffentlichten Online-Umfrage nennen 67 Prozent der Ausländer niedrige Kosten für das Studium als wichtigen Grund, nach Deutschland zu kommen. Doch die „hohe Qualität von Bildung und Forschung“, die sie hierzulande erwarten, ist mit 89 Prozent der Nennungen für weitaus mehr Studierende ausschlaggebend.

Viele wollen ihre Kenntnisse über Deutschland verbessern

Ebenso viele sagen, sie wollen vor allem ihre Kenntnisse über Deutschland erweitern und ihre Chancen auf einen guten Arbeitsplatz verbessern (81 Prozent). Die Online-Umfrage ist Teil einer Evaluation des vom Auswärtigen Amt finanzierten Stipendien- und Betreuungsprogramms (Stibet) für ausländische Staatsangehörige, die ihre Hochschulreife im Ausland erlangt haben. Das seit zehn Jahren mit jährlich rund 7,5 Millionen Euro geförderte Programm soll die „Willkommenskultur“ fördern. Die Beratungs- und Unterstützungsangebote der Hochschulen – darunter Deutschkurse, Studienberatung und Hilfe bei der Wohnungssuche – nimmt nur knapp die Hälfte der internationalen Studierenden wahr. 77 Prozent wünschen sich ein besseres Angebot.

Vor Studienbeginn müssen die Gäste Grenzen überwinden

Schon vor Studienbeginn müssen die Gäste Grenzen überwinden. 38 Prozent hatten Schwierigkeiten, ein Visum zu erhalten, bei Studierenden aus Nordafrika und dem Nahen Osten sind es sogar 57 Prozent. Gut die Hälfte aller Befragten hatte dann große Schwierigkeiten, eine Unterkunft zu finden. An den Hochschulen ist die Willkommenskultur offenbar ausgeprägter: 65 Prozent der Befragten sehen sich gut in den Studienalltag integriert, auf das soziale Leben außerhalb der Uni trifft das aber nur für die Hälfte der Studierenden zu (51 Prozent). Und nur ein Viertel hat nach den Vorlesungen häufige Kontakte mit Einheimischen. Der Anteil unter den Gästen, die sich physischen ausländerfeindlichen Übergriffen ausgesetzt sehen, ist mit insgesamt drei Prozent gering, von verbalen Übergriffen berichten acht Prozent. Unter den Studierenden aus dem subsaharischen Afrika hat nahezu jeder fünfte (19 Prozent) verbale Attacken erlebt. Wegen der Schwierigkeiten bei der Kontaktaufnahme mit Einheimischen seien „weitere Anstrengungen notwendig“, sagte Maria Böhmer (CDU), Staatsministerin im Auswärtigen Amt.

Viel zu hoch ist die Abbrecherquote

"Viel zu hoch" sei die Quote von 40 Prozent der Ausländer, die ihr Bachelor-Studium abbrechen, betonte Böhmer. Bei deutschen Studierenden sind es 28 Prozent. Für junge Menschen, die zum Studium nach Deutschland kämen, sei es „frustrierend“, wenn sie vorzeitig wieder nach Hause müssten.

Bei den Bemühungen von DAAD und Auswärtigem Amt geht es auch darum, Fachkräfte an Deutschland zu binden. Tatsächlich wollen 54 Prozent nach dem Abschluss hierbleiben. Aber nur jeder Zweite glaubt, dass internationale Absolventen wirklich willkommen sind.

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