Die Exzellenz stoppen : Protest gegen die Exzellenzinitiative

Gegen "Prestigekonkurrenz": 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler starten Petition gegen die Exzellenzinitiative

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Exzellenzcluster in Chemnitz. Nicht alle Wissenschaftler sind begeistert.
Exzellenzcluster in Chemnitz. Nicht alle Wissenschaftler sind begeistert.Foto: Jan Woiters/dpa/p-a


100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben eine Online-Petition gestartet, in der sie sich gegen die Exzellenzinitiative aussprechen. Zu den Erstunterzeichnern gehören der Darmstädter Elitenforscher Michael Hartmann, der Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik und die Berliner Soziologin Sabine Hark sowie der Dachverband der Studierendenvertretungen, der „freie zusammschluss von student*innenschaften (fzs)“.
Die Exzellenzinitiative habe das erklärte Ziel, die „vertikale Differenzierung, also die Ungleichheit zwischen den Hochschulen auszubauen“, heißt es zur Begründung. „Eine verschärfte Prestigekonkurrenz und Umverteilung von unten noch oben“ würden Forschung und Lehre insgesamt schaden. Die Exzellenzinitiative fördere den Trend zu „Pseudo-Märkten“ im Hochschulsektor, die Universitäten würden „in eine künstlich inszenierte Dauerkonkurrenz“ getrieben. Im Ausland dienten Spitzenunis „gewöhnlich der Oberschicht zur Reproduktion“. Durch „die Anpassung an Märkte, eine Rhetorik des Ausgezeichneten und starke Führung“ werde die Mitbestimmung an den Unis zunehmend unterminiert. Die Petition ist zu finden unter https://exzellenzkritik.wordpress.com. Die Bildungsminister von Bund und Ländern hatten in der vergangenen Woche die Eckpunkte für die nächste Exzellenzinitiative beschlossen. - Eine Debatte über die Zukunft der Exzellenzinitiative und "Bundesunis" finden Sie auf unserem Debattenportal Causa.

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