Wissen : Die Stadt als Labor für Nachhaltigkeit Wissenschaftsjahr 2012 startet in Berlin

Nachhaltigkeit, das ist ein Modewort für alles und nichts. Nur jeder dritte Deutsche kann definieren, was dahinter- steckt. Geht es nach dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), soll sich das in den nächsten Monaten ändern. Unter der Überschrift „Zukunftsprojekt Erde“ startete gestern in Berlin das Wissenschaftsjahr 2012.

Forscher und Bürger sollen Projekte zu den drei Kernfragen der Nachhaltigkeit anstoßen: Wie wollen wir leben? Wie müssen wir wirtschaften? Wie können wir die Umwelt bewahren? „Wir wollen nicht nur präsentieren, was die Forscher tun“, sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan auf der Eröffnungspressekonferenz. „Wir fordern die Bürger zum Mitmachen auf.“

Kern des Wissenschaftsjahres ist daher die „ZukunftsWerkStadt“. Die Initiative bringt Bürger, Forscher und Kommunalpolitiker an einen Tisch, um „die Stadt zum Labor zu machen“, wie Bundesumweltminister Norbert Röttgen sagte. Wie verändert eine alternde Gesellschaft die Städte, wie verbindet man eine klimafreundliche Energieversorgung, neue Mobilitätskonzepte und den Naturschutz? Berlin, Lübeck, Leipzig, Stuttgart, Essen und 20 weitere Städte stellten gestern ihre Konzepte vor, wie sie die Bürger und ihre Ideen in die Stadtentwicklung einbinden wollen. Im April werden 17 von ihnen ausgewählt und erhalten vom BMBF jeweils 250 000 Euro.

„Die Bereitschaft der Menschen, sich für ihre Stadt zu engagieren, ist unsere größte Ressource“, sagte Jürgen Nimptsch, Oberbürgermeister der Stadt Bonn. „In Deutschland leben 60 Prozent der Menschen in Städten, dieses Potenzial sollten wir nutzen.“ Es gehe nicht mehr um den neuesten Baustoff, der noch besser isoliert, ergänzte Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Viele Entwicklungen seien längst „ready-to-go“: „Um eine Morgenstadt zu bauen, brauchen wir aber nicht nur ein Team von Wissenschaftlern.“ jas

Mehr Informationen im Internet:

www.zukunftsprojekt-erde.de

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