Wissen : ETH erkennt Politikerin Titel ab

Auch in der Schweiz ist jetzt einer Politikerin nach Plagiatsvorwürfen der wissenschaftliche Titel entzogen worden. Wie die ETH Zürich am Freitag mitteilte, hat die Uni der liberalen Nationalrätin Doris Fiala ihren Mastertitel aberkannt. Fiala habe in ihrer Masterabschlussarbeit „zweifelsfrei zahlreiche Inhalte ohne korrekten Nachweis aus fremden Quellen übernommen“, heißt es in der Mitteilung. Nach eingehender Prüfung komme die Uni zu dem Schluss, dass Fiala beim Verfassen der Arbeit „fahrlässig“ gehandelt und „die Regeln des wissenschaftlichen Arbeiten klar verletzt“ habe. Fiala sitzt seit 2007 für die schweizerische FDP im Nationalrat, der größeren der beiden Kammern der Schweizer Bundesversammlung. Laut der „Neuen Zürcher Zeitung“ hatte Fiala ihr weiterbildendes Studium im Studiengang „Master of Advanced Studies in Security Policy and Crisis Management“ 2009 und 2010 neben ihrer Abgeordnetentätigkeit absolviert.

Die Plagiatsvorwürfe wurden im Frühjahr dieses Jahres öffentlich. Ein IT-Mitarbeiter der Uni hatte die Arbeit mit einer Software zur Erkennung überprüft – „zufällig“ und „aus Spaß“, wie der Mitarbeiter später erklärte. Dabei sei herausgekommen, dass Fiala hunderte Sätze anderen Quellen entnommen habe, ohne das entsprechend zu kennzeichnen. Bei vielen übernommenen Stellen handele es sich um Wikipedia-Einträge. Auch die Internetplattform „Vroniplag“ befasste sich mit der Arbeit und fand Plagiate auf 74 von 178 Seiten.

In der Mitteilung der ETH heißt es, schon bei der Annahme der Arbeit seien „handwerkliche Mängel“ festgestellt worden, allerdings nicht das Plagiat in dem nun bekannt gewordenen Ausmaß. Fiala kündigte am Freitag an, sie wolle nun eine neue Masterarbeit schreiben. tiw

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