Evolution : Die ältesten Lebewesen der Erde - vielleicht

In Westaustralien finden Forscher Hinweise auf 3,4 Milliarden Jahre alte Mikroben. Ob es sich dabei um die ältesten Spuren von Leben handelt, ist fraglich.

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Gruppenbild. Die röhrenförmigen Strukturen sollen Überbleibsel von uralten Mikroben sein. Foto: David Wacey
Gruppenbild. Die röhrenförmigen Strukturen sollen Überbleibsel von uralten Mikroben sein. Foto: David Wacey

Man braucht schon viel Fantasie, um in den länglichen Strukturen, die gerade ein Hundertstel Millimeter groß sind, Spuren von Leben zu erkennen. Für David Wacey von der Universität von Westaustralien und seine Kollegen gibt es keinen Zweifel: Die gruppenweise angeordneten Röhren aus einem 3,4 Milliarden Jahre alten Sandstein sind Abdrücke urzeitlicher Mikroben. Sie lebten von Schwefelverbindungen, schreibt das Forscherteam in „Nature Geoscience“. Das lassen Eisensulfide vermuten, die sich neben den Fossilien fanden. Außerdem gab es damals keinen freien Sauerstoff, oder zumindest nicht in ausreichender Menge.

Ob es sich wirklich um die ältesten Fossilien der Erde handelt, wie in einer Pressemitteilung der Universität Oxford zu lesen ist, darüber werden Experten wohl noch eine Weile streiten. Immer wieder melden Forscher Funde extrem alter Lebewesen, die bald angezweifelt werden. So erging es auch James William Schopf, der 1993 Lebenszeugnisse präsentierte, die sogar noch älter waren als der jetzige Fund. Wie die „New York Times“ berichtet, meldete sich ein Kollege und behauptete, es handele sich nicht um biologische Strukturen, sondern um ein verblüffend ähnliches Mineralwachstum. Eben dieser Martin Brasier, Paläobiologe an der Uni Oxford, ist Co-Autor der aktuellen Veröffentlichung.

Dahingestellt, ob es ein Rekordfund ist. Sollten es tatsächlich Reste frühen Lebens sein, sind sie beeindruckend genug. Sie sind Zeugen einer anderen Welt. Eine, in der ständig Vulkane ausbrachen, in der die Ozeane gut 50 Grad Celsius heiß waren und der damals noch in geringer Entfernung schwebende Mond zu gewaltigen Gezeitenströmungen führte. Große Kontinente fehlten, es gab nur ein paar Inseln. Einer der urzeitlichen Strände ist in den endlosen Gesteinspaketen Westaustraliens konserviert worden an einem Ort namens Strelley Pool. Dort suchten die Wissenschaftler gezielt nach Lebensspuren – und wurden offenbar fündig.

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