Forschung an Hochschulen : Länder wollen Nebenkosten für Projekte nicht mittragen

Seit Monaten hoffen die Unis auf einen höheren "Overhead" für Kosten, die eingeworbene Projekte verursachen, etwa für Energie und Verwaltung. Jetzt wird klar: Von den Ländern ist Hilfe nicht zu erwarten.

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Forscher im Labor
Teure Projekte. Hochschulen, die beim Einwerben von Projekten erfolgreich sind, enstehen neue Kosten für Energie und Verwaltung....Foto: dpa

Die Länder wollen sich auch in Zukunft nicht an der Programmpauschale beteiligen: „Mit Sicherheit wird das nicht passieren“, sagte ein Insider dem Tagesspiegel am Montag. Die Finanzminister lehnten das ab: "Die Sache ist gelaufen." Das Bundesforschungsministerium wollte sich auf Anfrage zum Stand der Verhandlungen mit den Ländern nicht äußern. Die Länder gehen nun den Informationen zufolge davon aus, dass der Bund auch nach 2015 eine Overhead-Pauschale von 20 Prozent aufbringen wird.

Vor Monaten hatte der Rechnungshof gefordert, die Länder müssten sich am Overhead beteiligen. In der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) war in Erwartung eines Länderzuschusses bereits über eine 40-prozentige Pauschale diskutiert worden. Im Juli hatte die DFG noch auf eine Erhöhung auf 25 Prozent gehofft. Eine forschungsstarke Universität wie die FU Berlin bekommt jährlich acht bis zehn Millionen Euro aus dem Overhead. Bundesweit fließen in diesem Jahr 353 Millionen.

Horst Hippler, der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), hat am Montag eine deutliche Aufstockung des Overheads gefordert. Hochschulen, die beim Einwerben von Projekten erfolgreich seien, dürften sich nicht zu Tode siegen: "Wer jedes eingeworbene Forschungsprojekt aus seiner Grundsubstanz bezuschussen muss, nimmt Schaden und muss mittelfristig bestimmte Leistungen einstellen", erklärte Hippler. Sollte eine Einigung von Bund und Ländern in der Finanzierungsfrage nicht zustande kommen, drohe die Programmpauschale gänzlich zu entfallen, warnte Hippler. Schon im April hatte Baden-Württemberg die Sorge geäußert, der Overhead sei in seiner Existenz bedroht.

Der Grünen-Abgeordnete Kai Gehring forderte am Dienstag ebenfalls eine Erhöhung der Programmpauschale: "Wer erfolgreich Drittmittel einwirbt, darf dafür nicht bestraft werden. Doch genau das würde passieren, wenn der Bund die Finanzierung der Programmpauschale streicht." Bund und Länder sollten die "Hängepartie" für die Hochschulen beenden und endlich Klarheit schaffen.

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