Frauenförderung in der Wissenschaft : Berlin ist bei der Gleichstellung Spitze

Berliner Hochschulen liegen bei der Gleichstellung bundesweit ganz vorne. Abgehängt sind Sachsen, Thüringen und das Saarland.

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Studierende gehen durch das Foyer einer Universitätsbibliothek.
An der Freien Universität, die das Gleichstellungsranking seit Jahren oben steht, kamen noch einmal sechs Prozent Professorinnen...Foto: Rainer Jensen/picture alliance/dpa

Die Freie Universität, die Humboldt-Universität und die Universität Potsdam sind mit der privaten Wirtschaftsuni in Vallendar die vier Universitäten, die in Deutschland Frauen am besten fördern. Unter den Fachhochschulen gehört die Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin zur Spitzengruppe. Das geht aus dem neuen Gleichstellungsranking des Kompetenzzentrums Frauen in Wissenschaft und Forschung (CEWS) hervor, das alle zwei Jahre erscheint. Die FU lag bereits in der vergangenen Ausgabe an der Spitze, während die HU eine Ranggruppe gutmachte.

In dem Ranking spielt unter anderem eine Rolle, wie hoch der Frauenanteil bei den Professuren, bei den Promotionen und beim wissenschaftlichen Personal ist. Die Rangliste orientiert sich dabei am „Kaskadenmodell“: Es wird gemessen, wie sich der Anteil von Frauen in einer Hierarchiestufe zu dem Anteil in der Stufe darunter verhält.

Die volle Punktzahl erzielte keine Universität

Gut schneidet zum Beispiel eine Uni ab, deren Frauenanteil bei den Professuren möglichst nah am Frauenanteil bei den Promovierenden liegt. Die Hochschulen werden dabei in jeder Kategorie in eine Spitzen-, Mittel- und Schlussgruppe einsortiert.

FU, HU und die Uni Potsdam liegen dabei in der Gruppe, die in der Gesamtschau aller Kategorien zehn von zwölf möglichen Punkten erhielt (die volle Wertung erzielte keine Universität). Die FU steht bei den Promotionen und den Professuren besonders gut da, die HU und Potsdam bei den Professuren und den Post-Docs. Gewertet wird auch, wie sich der Frauenanteil beim wissenschaftlichen Personal und bei den Professuren in den Jahren seit 2010 entwickelt hat: Hier machten alle drei Unis überdurchschnittliche Fortschritte.

Neun Prozent mehr Professorinnen an der Humboldt-Uni

Die FU steigerte den Anteil der Professorinnen um fast sechs Prozent auf 35,2 Prozent. An der HU ging der Anteil sogar um fast neun Prozent hoch, auf jetzt 31,6 Prozent; in Potsdam um sechs Prozent auf 27,1 Prozent. Die Zahlen beruhen auf Angaben des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2015.

Die TU erzielt wie beim vergangenen Ranking die Hälfte der möglichen Punktzahl. Auffällig ist, dass an der TU der Anteil der Professorinnen zwischen 2010 und 2015 zurückgegangen ist. Er liegt jetzt bei 17,5 Prozent (minus drei Prozent). Von den Berliner Fachhochschulen gehören auch die Alice Salomon Hochschule und die Evangelische Hochschule zu den Einrichtungen, die Frauen überdurchschnittlich fördern, während die HTW, die HWR und die Beuth-Hochschule im Mittelfeld landen.

Im Vergleich der Bundesländer bleibt Berlin bei der Gleichstellung an den Hochschulen unangefochtener Spitzenreiter. Es folgen mit ziemlichen Abstand Hamburg und Brandenburg. In der Gesamtschau gehört Berlin in jeder Kategorie zur Spitzengruppe, was sonst kein Land schafft. Besonders schwer tun sich mit der Frauenförderung indes Sachsen, Thüringen und das Saarland.

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