Wissen : FU ehrt Geschlechterforscher der Medizin

Sie war die erste Professorin für „Frauenspezifische Gesundheitsforschung mit dem Schwerpunkt Herz-Kreislauferkrankungen“ in Berlin. Als Vera Regitz- Zagrosek im Jahr 2002 ihre Stelle antrat, begann die spezifisch weibliche Art, auf Krankheiten zu reagieren, gerade ein öffentliches Thema zu werden. So fand man heraus, dass Frauen beispielsweise mit anderen Symptomen auf einen Herzinfarkt reagieren als Männer, so dass sie oft zu spät oder gar nicht behandelt wurden. Doch Strukturen für wissenschaftliches Arbeiten und Lehren in diesem Fachgebiet gab es nicht. Das empfand auch die Fachärztin für Frauenheilkunde und Osteologie, Professor Martina Dören. Aus dem „Gefühl, das man es eigentlich besser machen könne“ entstand 2004 das „Zentrum für Geschlechterforschung in der Medizin“, das nun mit dem „Margherita- von- Brentano- Preis“ der Freien Universität ausgezeichnet wurde. Der Preis würdigt und unterstützt besonderes Engagement in den Frauen- und Geschlechterstudien.

„Am Anfang stand die Frustration“, sagte der Dekan der Charité, Martin Paul. „Die Frustration darüber, dass es zwar gute Einzelansätze, aber keine übergreifende Konzeption für die genderspezifische Forschung in der Medizin gab.“ Paul gehört wie der Dekan Joachim Dudenhausen zu den Preisträgern.

Mit ins Boot des Gründungsteams kamen damals die Frauenbeauftragten der beiden Universitäten, Mechthild Koreuber und Marianne Kriszio, die die Strukturen für das neue Zentrum entwickelten. Der Zeitpunkt war günstig: die medizinischen Hochschuleinrichtungen von Humboldt- und Freier Universität standen unmittelbar vor der Fusion. Die war zwar von keiner Seite gewollt, aber im Neuanfang war vieles möglich.

Inzwischen spielen Genderfragen- und forschung an der Charité eine wichtige Rolle, wie der Vorstandsvorsitzende Detlev Ganten in seiner Laudatio betonte. Mit einer neuen Professur zur Versorgungsforschung von Frauen wird das Zentrum demnächst erweitert. emg

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben