Genderforschung : Nordrhein-Westfalen widmet 13 Professuren um

Nordrhein-Westfalen stärkt die Genderforschung an den Landeshochschulen mit einem Millionen-Programm. Mit dem Geld werden bestehende Professuren um Genderaspekte ergänzt.

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Eine Skulptur vor einem Universitätsgebäude stellt einen sinnierenden Mann mit einem aufgeschlagenen Buch auf den Knien dar.
Neue Seiten. An der Universität Köln wird eine Professur in der Medizinischen Psychologie um den Schwerpunkt "Neuropsychologie und...Foto: picture alliance / dpa

Um die Genderforschung in allen Wissenschaftsbereichen zu verankern, fördert das Wissenschaftsministerium von Nordrhein-Westfalen ab dem kommenden Jahr neue Schwerpunkte von 13 Professuren. Bestehende Professuren würden mit dem Programm um einen Genderaspekt erweitert, erklärte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage. "Innerhalb einer normalen Professur" würde ab dem kommenden Jahr ein Gender-Schwerpunkt etabliert.

Düsseldorfer Gender-Professur zur Gewaltprävention

"Ich bin davon überzeugt, dass eine breite Verankerung der Genderforschung in allen Wissenschaftsbereichen den Weg zu einer geschlechtergerechteren Hochschullandschaft ebnet", wird Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) zitiert. Die Gender-Perspektive systematisch zu berücksichtigen, steigere die Qualität der Forschungsergebnisse.

So gibt es an der Uni Düsseldorf künftig eine Professur für Gendersensible Gewaltpräventionsforschung, in Köln wird zu Neuropsychologie und Gender Studies geforscht und in Münster zu Geschlechterforschung in der Physik. Zu den geförderten Gebieten gehören auch Ingenieurwissenschaften und Theologie. An der Universität Siegen etwa lautet der Titel der geförderten Theologie-Professur "Die Bibel und ihre Didaktik - Gender Studies / Masculinity Studies". Unter den geförderten Fachhochschul-Professuren ist eine wirtschaftswissenschaftliche an der FH Düsseldorf für "Personalmanagement und Gender Studies".

Eine Million Euro im Jahr für die Genderforschung

Das Land unterstützt die Professuren über drei Jahre mit 75 000 beziehungsweise 100 000 Euro jährlich in ihren Forschungsarbeiten. Insgesamt soll pro Jahr eine Million Euro zusätzlich in die Genderforschung fließen. Finanziert wird das Programm, für das sich die Hochschulen im Mai dieses Jahres bewerben konnten, aus dem NRW-Landesprogramm für geschlechtergerechte Hochschulen. Mit einem Etat von jährlich 5,5 Millionen Euro werden neben der Genderforschung auch Projekte in der Gleichstellungsförderung und der Nachwuchsförderung finanziert.

Hier finden Sie unsere kürzlich beendete Serie "Gender in der Forschung":

Teil 1 -"Keine Angst vorm bösen Gender" (von Ilse Lenz), Teil 2 - "Auch das Biologische ist sozial" (von Kerstin Palm), Teil 3 - "Lernen, wie man Grenzen zieht" (von Heinz-Jürgen Voß), Teil 4 - "Riskante Ideale von Männlichkeit" (von Ahmet Toprak), Teil 5 - "Der moderne Mann sucht - sich selbst" (von Michael Meuser), Teil 6 - "Philosophieren über Gender" (von Susanne Lettow). Teil 7 - "Anders zu sein war immer normal" (von Martin Lücke), Teil 8 - "Gott ist männlich und weiblich" (von Claudia Janssen)