• Gutachten über Geisteswissenschaftliche Zentren: Wissenschaftsrat bewertet Berliner Zentren positiv

Gutachten über Geisteswissenschaftliche Zentren : Wissenschaftsrat bewertet Berliner Zentren positiv

Werden das Zentrum Moderner Orient und das Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft in die Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen? Der Wissenschaftsrat bewertete sie jetzt positiv.

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Eine junge Frau geht über den Innenhof eines historischen Gebäudes auf eine Tür zu.
Neue Wege. Das Zentrum Moderner Orient in Berlin-Zehlendorf. Foto: Thilo RückeisFoto: Thilo Rückeis TSP

Das Zentrum Moderner Orient (ZMO) in Berlin ist deutschlandweit das einzige Institut, das sich dezidiert der Erforschung islamisch geprägter Gesellschaft im Nahen Osten, Afrika und Südasien widmet. Weil es diese Gesellschaften aus einer nicht europazentrierten Sichtweise analysiert, nimmt es eine Mittlerrolle zwischen den Kulturen ein. So sieht es der Wissenschaftsrat, der das ZMO gemeinsam mit vier anderen Instituten evaluiert und jetzt für die Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft empfohlen hat.

Historische Forschung am ZMO auf hohem Niveau

Das ZMO habe „über seine wissenschaftliche Bedeutung hinaus auch eine große gesellschaftliche Relevanz“, sagte Manfred Prenzel, der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, am Montag, als er die Empfehlungen des Gremiums in Berlin vorstellte. Gerade die historische Forschung des ZMO befinde sich auf einem „hohen Niveau“. Die Ergebnisse würden international anerkannt, nicht zuletzt in der Region, die das ZMO erforscht.

Auch das Berliner Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft (ZAS) würdigt der Wissenschaftsrat als „deutschlandweit einzigartig und international sichtbar“. An den Universitäten würden etwa die kleinen Sprachen, die das ZAS erforscht, nicht hinreichend berücksichtigt, sagte Prenzel.

Die Leibniz-Gemeinschaft sieht am ZAS strukturelle Mängel

Geäußert hat sich am Montag auch die Leibniz-Gemeinschaft. Sie bewertet die Aufnahmevorhaben der Berliner Institute als „insgesamt sehr gut“, sieht aber beim ZAS die „strukturelle Passfähigkeit“ als eigenständiges Leibniz-Institut kritisch. Der Leiter sei nebenamtlich tätig, eine mittlere Führungsebene in den Forschungsbereichen fehle. Darauf habe man bereits reagiert, heißt es aus dem ZAS, so sei kürzlich die Stelle einer zweiten stellvertretenden Direktorin besetzt worden.

Derzeit gehören die Institute zu den Geisteswissenschaftlichen Zentren Berlin, die aus der Akademie der Wissenschaften der DDR hervorgegangen sind. Ihre Grundausstattung trägt das Land, der Bund finanziert befristete Forschungsprogramme. Eine Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft würde die Zentren institutionell absichern. Die Entscheidung durch die Gemeinsame Wissenschaftliche Kommission von Bund und Ländern soll im Herbst fallen.

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