Wissen : Harvard wehrt sich gegen teure Fachjournale

Die Harvard-Universität hat ihre 2100 Wissenschaftler dazu aufgefordert, Forschungsergebnisse nicht länger in teuren Journalen zu veröffentlichen, sondern in „Open-Access“-Publikationen. Das berichtet jetzt der „Guardian“. In einer Rundmail habe die Bibliothek der Harvard University erklärt, sie könne sich die Anschaffung wissenschaftlicher Fachzeitschriften angesichts der dramatisch steigenden Preise nicht mehr leisten.

Die Verlage hätten eine „unhaltbare Situation“ herbeigeführt, erklärte die Universität. Während sie ihre Profite ständig gesteigert hätten, würde wissenschaftlicher Austausch zunehmend „finanziell unerschwinglich“. Zwei große Verlage hätten die Preise für den Online-Zugang auf ihre Journale in den vergangenen sechs Jahren um 145 Prozent angehoben, der Zugriff auf manche Journale koste mittlerweile 40 000 US-Dollar. Harvard hoffe nun, dass auch andere Hochschulen die Verlage meiden.

Universitätsbibliotheken geben demnach oft über die Hälfte ihrer Etats für Zeitschriften der großen Verlage Elsevier, Springer und Wiley aus. Über 10 000 Wissenschaftler hätten bereits einen Boykott-Aufruf gegen den Elsevier-Verlag unterschrieben, hieß es. akü

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben