Hochschulen in Berlin : Probleme beim Wechsel in den Master

Der Bachelor ist fertig, für den Master wird man abgelehnt. Das kommt in Berlin immer wieder vor. Der Senat fördert einen Ausbau der Plätze an zwei Hochschulen.

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Landeskinder und jene, die für das Bachelorstudium nach Berlin gekommen sind, bekommen nicht immer einen Platz im gewünschten Masterstudiengang. Foto: Oliver Berg/dpa
Landeskinder und jene, die für das Bachelorstudium nach Berlin gekommen sind, bekommen nicht immer einen Platz im gewünschten...Foto: Oliver Berg/dpa

Endlich fertig mit dem Bachelor. Der erste Studienabschluss ist da und in Berlin hat man sich auch eingelebt. Jetzt kann es weitergehen mit dem Master. Doch plötzlich liegt eine Absage der eigenen Universität im Briefkasten. Der Notenschnitt war zu schlecht, zu viele andere waren besser. Landeskinder und solche, die zum Studienstart in die Stadt kamen, bekommen nicht immer einen weiterführenden Studienplatz in Berlin.

In diesem Jahr haben 46 Prozent der neuen Masterstudierenden in Berlin auch hier ihren Bachelor gemacht. Der Rest der Plätze ging an Externe. Das geht aus der Antwort der Senatskanzlei für Wissenschaft und Forschung auf die Anfrage des CDU-Abgeordneten Adrian Grasse hervor. Die Humboldt-Uni lehnte demnach in den vergangenen drei Jahren im Schnitt 580 Berliner Bewerbungen ab und nahm 1370 an. An der TU wurden pro Jahr 850 Anfragen von hiesigen Absolventen abgelehnt und 1620 angenommen.

Bei den Lehramtsstudiengängen, deren Master direkt auf den Bachelor aufbaut und in denen der höhere Abschluss berufsnotwendig ist, ist der Übergang in Berlin garantiert. Auch Psychologen können nicht ohne Master praktizieren, haben aber bundesweit keine Übernahmegarantie.

Hochschulvertrag sieht keinen Ausbau bei Masterplätzen für Psychologie vor

Dies kritisiert die Deutsche Gesellschaft für Psychologie. Im Berliner Koalitionsvertrag heißt es, „für Berufe, die einen Masterabschluss zwingend voraussetzen, wird die Koalition für alle Studierenden, die den Bachelor erlangt haben, einen Übergang in die Masterphase sicherstellen“.

Für Psychologie sei im Hochschulvertrag kein gesonderter Ausbau der Masterkapazitäten vereinbart, sagte Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung Steffen Krach auf Nachfrage. Der Senat würde es aber begrüßen, wenn die Unis von sich aus die Masterplätze ausbauten.

„Mehr Masterplätze bringen auch wirtschaftliche Vorteile, denn wir wollen ja die Absolventen in der Stadt halten“, sagt Krach. Vom Senat gefördert wird der Ausbau ab 2018 an der Hochschule für Wirtschaft und Recht und der Alice-Salomon-Hochschule.

Aktuell absolvieren jährlich in Berlin rund 12.000 Studierende den Bachelor und es gibt 12.500 Masterstudienplätze. Dazu sagt Krach: „Viele können bleiben, es gibt aber auch einen Austausch mit den anderen Bundesländern und mit dem Ausland.“

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