Hochschulen : Kritik an internationalem Studenten-Pisa

17 OECD-Länder, darunter die die USA, Japan und etliche EU-Staaten, machen mit beim Projekt eines Kompetenz-Tests für Studierende kurz vor dem Bachelor-Abschluss. Deutschland ist bislang nicht dabei.

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Deutsche Hochschulforscher beurteilen das Projekt eines internationalen „Studenten-Pisa“ weiter skeptisch. Ein geeignetes Instrument, um die im Hochschulstudium erworbenen Kompetenzen zu testen, sei noch nicht entwickelt, erklärt Margret Bülow-Schramm, Vorsitzende der Gesellschaft für Hochschulforschung. Damit distanzieren sich die Forscher erneut vom Ahelo-Projekt der OECD zur Kompetenzmessung von Studierenden. Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Dokumentation des HIS-Instituts für Hochschulforschung hervor.

Ahelo steht für Assessment of Higher Education Learning Outcomes (Messung von Ergebnissen der Hochschulbildung). Deutsche Hochschulen lehnen eine Teilnahme bislang ab. Kritiker befürchten, Ahelo sei ein weiteres Ranking, das einzelnen Hochschultypen und -standorten nicht gerecht werde und zudem unzumutbar aufwendig wäre. OECD-Bildungsdirektorin Barbara Ischinger hat die Zurückhaltung mit der Sorge erklärt, kleine Fachhochschulen könnten besser abschneiden als Forschungsuniversitäten. Für eine Teilnahme hat sich der Präsident der Universität Hamburg, Dieter Lenzen, ausgesprochen. Ahelo könne Antworten auf Kernfragen an die Rolle der Lehre und des Lernen an Hochschulen liefern.

An einer kürzlich veröffentlichen Machbarkeitsstudie der OECD haben in 17 Ländern – darunter die Niederlande, Italien, Norwegen, Ägypten, Japan und die USA – 23 000 Studierende kurz vor dem Bachelorabschluss an 248 Hochschulen teilgenommen. Ihre Ergebnisse in Allgemeinwissen, Wirtschafts- sowie Ingenieurwissenschaften wurden nicht veröffentlicht. Die Hochschulen fürchteten zwar, ihr künftiges Abschneiden könnte etwa die staatliche Mittelvergabe beeinflussen, wollten aber mehrheitlich weiter teilnehmen.

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