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Hochschulfusion in der Lausitz : Abstiegsangst in Cottbus

21.02.2012 17:09 Uhrvon
Harsche Kritik. Eine Expertenkommission bescheinigt der BTU Cottbus zu hohe Abbrecherquoten.Bild vergrößern
Harsche Kritik. Eine Expertenkommission bescheinigt der BTU Cottbus zu hohe Abbrecherquoten. - Foto: BTU Cottbus

Wissenschaftler der BTU Cottbus wehren sich gegen die geplante Fusion mit der Fachhochschule Lausitz. Sie erregt, dass der BTU schwache wissenschaftliche Leistungen attestiert werden.

In Brandenburg spielt Energie eine große Rolle. Das Land ist führend bei der Windenergie, die umweltschonende Verarbeitung der Braunkohlevorkommen ist ein großes Forschungsthema. Gehemmt wird die Dynamik durch den Geburtenrückgang und die Abwanderung leistungsstarker Menschen. Diese Chancen und Probleme bilden den Hintergrund für den radikalen Vorschlag der Wissenschaftsministerin Sabine Kunst, die Fachhochschule Lausitz in Senftenberg mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) zur „Energie-Universität Lausitz“ zu fusionieren.

Für 47 Cottbuser Professoren ist das ein bedrohliches Szenario. Eine Fusion sei „ein Experiment zur falschen Zeit am falschen Ort“, schreiben die Professoren an Brandenburgs Ministerpräsidenten Matthias Platzeck.

Ähnliche Versuche mit Gesamthochschulen seien in anderen Ländern gescheitert. Der Vorstoß von Kunst ist vorbereitet worden von einer Expertenkommission unter Leitung von Rolf Emmermann, dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden des Geo-Forschungszentrums Potsdam. Der Unterschied ist nur: Emmermann hat nicht für eine Fusion plädiert, sondern lediglich für eine enge Kooperation zweier eigenständiger Hochschulen.

Senftenberg und Cottbus liegen etwa eine halbe Stunde Bahnzeit auseinander, so dass eine enge Kooperation kein unüberwindliches Hindernis darstellt. Für Aufregung sorgt jedoch in Cottbus die Tatsache, dass die Emmermann-Kommission der FH wesentlich bessere Noten gibt als der Uni. Die BTU biete in vielen Bereichen „keine befriedigenden Forschungsleistungen“. Trotz einer sehr guten Ausstattung sei es der Universität bisher nicht gelungen, ein klares Forschungsprofil zu entwickeln. Zudem gebe es in Mathematik und Physik nur geringe Absolventenzahlen. Im Maschinenbau und der Elektrotechnik leiste die Mehrheit der Lehrstühle keinen nennenswerten Beitrag zur Drittmitteleinwerbung.

Dagegen lobt die Kommission die Kraftwerkstechnik, die Fügetechnik und die Werkstofftechnik. Auch die Verflechtung von Architektur, Bauingenieurwesen und Stadtplanung sei bundesweit einzigartig. Weitere Erfolge werden etwa in der Rekultivierung ehemaliger Braunkohlegruben und der Wasserwirtschaft gesehen.

Die Fachhochschule lobt die Kommission gleich in mehreren Bereichen. Die Biotechnologie sei ein „Leuchtturm“. In den Ingenieurwissenschaften und der Informatik wird die intensive Betreuung der Studierenden gepriesen. Herausgestellt wird der Wissens- und Technologietransfer in die Unternehmen. Kleine und mittelständische Betriebe unterstütze die Fachhochschule „in hervorragender Weise“. 40 Prozent der Studienanfänger hatten keine allgemeine Hochschulreife. Dieser Zielgruppe Aufstiegsperspektiven zu eröffnen, stelle eine große Zukunftsperspektive für die Hochschule dar, heißt es. Damit könne einer weiteren Abwanderung aus der Region vorgebeugt werden.

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