Krebsrisiko : Große Menschen bekommen eher Krebs

Eine neue Studie bestätigt einen Zusammenhang zwischen Körpergröße und Krebsrisiko. Über mögliche Ursachen wird spekuliert, so könnten sich die Zahl der Körperzellen oder Wachstumshormone auswirken.

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Forscher ergreift von Krebs befallenes Gewebe mit einer Pinzette.
Die Verbindung von Körpergröße und Krebs fand sich bei praktisch allen untersuchten Tumoren.Foto: picture alliance/dpa

Je größer eine Frau, umso höher ist ihr Risiko, an Krebs zu erkranken. Die Gefahr stieg mit zehn Zentimetern Körpergröße um jeweils 13 Prozent. Das ergab eine nun veröffentlichte amerikanische Studie an 21 000 Frauen im Alter zwischen 50 und 79, die im Rahmen der „Women’s Health Initiative“ erfolgte und im Fachblatt „Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention“ veröffentlicht wurde. Die Untersuchung bestätigt Studien mit Männern wie Frauen, die den gleichen Zusammenhang gefunden hatten.

Die Verbindung von Körpergröße und Krebs fand sich bei praktisch allen untersuchten Tumoren, darunter Brust-, Darm-, Gebärmutter-, Nieren-, Eierstock- und Schilddrüsenkrebs. „Wir waren überrascht über die Zahl der Krebsformen, die mit der Körpergröße verknüpft waren“, sagte der Studienleiter Geoffrey Kabat vom Albert Einstein College of Medicine in New York. „Mehr Krebsarten waren mit der Größe statt mit dem Körpermasse-Index (BMI) verbunden.“ Der BMI ist ein Maß, mit dem das Körpergewicht eingestuft werden kann. Insbesondere Fettsucht steht im Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen.

Eine Verbindung von Körpergröße und Tumorgefahr fand auch die kürzlich veröffentlichte „Vitamins and Lifestyle“-Studie (Vital). Danach haben Männer ein um 55 Prozent erhöhtes Risiko bei Geschwülsten, an denen Mann wie Frau erkranken. Ein Drittel dieses erhöhten Risikos führen die Forscher auf die höhere Körpergröße der Männer zurück.

Da die Krankheit Krebs irgendwann in einer einzelnen Körperzelle beginnt, könnte eine einfache Erklärung des Zusammenhangs darin bestehen, dass große Menschen mehr Körperzellen haben und daher auch ein höheres Risiko der Geschwulstbildung. Der Studienleiter Kabat favorisiert jedoch eine andere Annahme. Seiner Meinung nach könnte der Einfluss von Wachstumshormonen ein gemeinsamer Nenner von Krebs und Körpergröße sein. Bessere Ernährung in der Kindheit führe zu stärkerer Produktion des wachstumsfördernden Hormons IGF-1. Eben dieses Hormon stimuliere auch die Zellteilung, ein Prozess, der mit Krebs in Verbindung gebracht wird.

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