Künstliche Intelligenz : Stephen Hawking sieht die Menschheit bedroht

Der Physiker befürchtet schlaue Maschinen, die den Menschen verdrängen. Es ist nicht das erste Mal, dass er vor Intelligenz jenseits der eigenen Art warnt.

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Starforscher. Der britische Astrophysiker ist weltweit bekannt - für seine Arbeiten zu Schwarzen Löchern, aber auch wegen seiner Erkrankung ALS, die ihn praktisch bewegungsunfähig gemacht hat. Er kommuniziert über einen Sprachcomputer.
Starforscher. Der britische Astrophysiker ist weltweit bekannt - für seine Arbeiten zu Schwarzen Löchern, aber auch wegen seiner...Foto: dpa

Der britische Astrophysiker Stephen Hawking warnt vor Künstlicher Intelligenz. „Ihre weitere Entwicklung könnte das Ende der Menschheit bedeuten“, sagte der 72-Jährige am Dienstag bei der Vorstellung seines neuen Sprachcomputers. Er fürchtet, dass die bislang noch ziemlich primitiven Maschinen eines Tages ein Selbstbewusstsein erlangen und sich rascher entwickeln als die biologische Evolution voranschreitet – selbst wenn Methoden der synthetischen Biologie genutzt werden, um das Erbgut zu verändern. „Es würde 18 Jahre dauern bis man beim Menschen einen Fortschritt sieht“, sagte er der „Financial Times“.

„Im Gegensatz dazu verdoppeln Computer gemäß Moore’s Gesetz alle 18 Monate ihre Rechengeschwindigkeit und ihre Speicherfähigkeit.“ Damit bestünde die Gefahr, dass die Menschheit verdrängt werde. Der Forscher spricht von einer "realen Gefahr" in einer "nicht allzu fernen Zukunft".

Neue Software für den Sprachcomputer

Hawking betonte, dass die vorhandenen Systeme der Künstlichen Intelligenz noch weit am Anfang stünden, aber dennoch nützlich seien. Er selbst ist an dem Nervenleiden ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) erkrankt und kann sich nur noch mittels eines Sprachcomputers mitteilen. Dieser erhielt nun eine neue lernfähige Software. Sie ahnt, was Hawking denkt und schlägt Formulierungen vor, die er nur noch bestätigen muss, damit sie vom Computer „ausgesprochen“ werden. Der Apparat behält übrigens auf Hawkings Wunsch hin seine bekannte, leicht blecherne Stimme, obwohl mittlerweile eine etwas natürlichere Version verfügbar wäre. Hawking zufolge ist die Kommunikation nun wesentlich einfacher und schneller. So könne er auch künftig Vorträge halten, Fachartikel und Bücher schreiben und besser mit Freunden und seiner Familie korrespondieren, zitiert ihn der britische "Guardian".

Angst vor Aliens, die die Erde kolonialisieren

Es ist nicht das erste Mal, dass der Forscher vor Intelligenz jenseits unserer Art warnt. Vor einiger Zeit empfahl er, für die Suche nach Außerirdischen besser keine Signale aktiv ins All zu schicken. Möglicherweise würden dadurch Aliens mit bösen Absichten leichter auf uns aufmerksam. Sie könnten die Erde kolonialisieren und die Ressourcen ausbeuten, sagte Hawking.

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