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Medizinstudium im Ausland : Zuflucht im Baltikum

21.03.2013 00:00 Uhrvon

Für Medizinstudenten, die am deutschen NC scheitern, wird Riga zur Alternative. Dort studiert man auf Englisch, für eine Gebühr von 8000 Euro im Jahr. Viele der deutschen Studierenden hoffen auf den Sprung zurück an eine Heimatuni.

Lukas hat nach deutschem Vorbild eine Fachschaft organisiert

Der 23-Jährige aus Köln hat seit seinem Abitur ein Jahr Work-and-Travel in Südamerika, ein Semester Wirtschaftsstudium in Berlin und eine Ausbildung zum Rettungssanitäter hinter sich. Das ist auch der Grund, warum er einen Teil der Studiengebühren selbst zahlen kann. Mit dem Rest hilft die Familie. „Ich bin mir sicher, dass wir uns fachlich nicht verstecken müssen“, sagt er. Zusammen mit anderen hat Lukas nach deutschem Vorbild einen Fachschaftsrat gegründet. Es werden Filmabende, Partys und Kulturevents veranstaltet. „All das soll dem Austausch zwischen den Studierenden dienen, auch unterschiedlicher Nationalitäten.“

So viel Initiative wird sicher auch bei Smuidra Zermanos gut ankommen. Denn sie bemängelt, dass viele deutsche Studierende sich „wie Touristen fühlen“. Besser fände sie es, sie würden sich mehr ins lokale Leben integrieren. „Die meisten, die zu uns kommen, sind glücklich. Sie sparen Zeit, schaffen es später an eine deutsche Uni, haben eine Auslandserfahrung gemacht und gehen dann weiter ihren Weg.“

Doch auch Lettland hat abgesehen vom Geld etwas von den Gästen. „Die Bevölkerung schrumpft, viele junge Letten gehen ins Ausland. Dadurch haben die Unis Kapazitäten und wir brauchen junge Leute“, sagt Zermanos. Ihre Uni sieht sie als führende Hochschule für Ausländer im Baltikum, weil man das englischsprachige Programm seit 1990 anbiete und Erfahrung habe. Die Wirtschaftskrise der letzten Jahre, die auch für die öffentliche Universität mit Budgetkürzungen verbunden war, sieht Zermanos weitgehend überwunden.

Julia und Lukas wohnen beide nicht weit von der Universität in einem Wohnheim. Abends gehen sie jedoch auch gerne in die Altstadt. Lukas mag im Sommer „vor allem den Hafen“. Auch für Julia spielt das Wasser eine zentrale Rolle, sobald das Wetter besser wird fährt sie häufiger an die nahe Ostsee. Die Meinung der beiden über Land und Leute ist einhellig: „Wir wurden von allen positiv empfangen. Bei den Letten dauert es etwas länger als bei Deutschen, bis sie auftauen und man warm mit ihnen wird, aber dann läuft es.“ Bei so viel Zustimmung könnten die beiden theoretisch irgendwann zu einer Gruppe gehören, die es bislang gar nicht gibt: junge Menschen aus Deutschland, die in Riga ihr gesamtes Medizin-Studium absolvieren – und dann gleich dableiben.

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