Millionenpreis ausgeschlagen : Jens Förster verzichtet auf Humboldt-Professur

Der Sozialpsychologe Jens Förster will die mit fünf Millionen dotierte Humboldt-Professur nicht. Im vergangenen Jahr wurde der Vorwurf der Manipulation laut, die der Forscher aber bestreitet.

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Jens Förster ist Professor an der Ruhr-Universität Bochum. Er verzichtet auf eine Auszeichnung mit einer Humboldt-Professur.
Jens Förster ist Professor an der Ruhr-Universität Bochum. Er verzichtet auf eine Auszeichnung mit einer Humboldt-Professur.Foto: Humboldt-Stiftung/Müller

Der Sozialpsychologe Jens Förster verzichtet auf die Ehrung mit einer Alexander-von-Humboldt-Professur. Das teilt die Humboldt-Stiftung mit. Förster, zurzeit an der Ruhr-Universität in Bochum, sollte im Mai 2014 die mit fünf Millionen Euro dotierte Auszeichnung erhalten. Auf Wunsch der Stiftung sowie des Forschers war aber kurz zuvor die Förderentscheidung ausgesetzt worden, um einem Manipulationsverdacht nachzugehen. Die Universität Amsterdam, wo Förster zuvor tätig war, hatte damals den Vorwurf wissenschaftlichen Fehlverhaltens erhoben: In einem Fachartikel von 2012 seien offenbar wissenschaftliche Daten manipuliert worden. Der Beitrag im Fachmagazin "Social Psychological & Personality Science" wurde inzwischen auf Bitten der Uni Amsterdam hin zurückgezogen.

Die Auseinandersetzung mit der Uni Amsterdam geht weiter

In seinem Blog weist Förster die Anschuldigung zurück. Er berichtet dort von einer angespannten Arbeitsatmosphäre in Amsterdam und dass ihn die laufende Auseinandersetzung mit der Uni weiterhin viel Kraft kosten werde. Da die Organisation eines 5-Millionen-Projektes mit rund 50 Mitarbeitern unter diesen Umständen schwer zu bewältigen sei, wie er schreibt, verzichte er auf die Humboldt-Professur. An der Uni Bochum seien die Bedingungen viel besser und er könne alle seine wissenschaftlichen Pläne dort umsetzen. Er habe seine Lebenseinstellung geändert, schreibt Förster weiter. "Ich lasse nun die immer materialistischere und seelenlose Produktionsweise hinter mir, die in unserer Wissenschaft vorherrscht. Und sage „Adieu“ zu grausamen zehn Jahren, in denen ich vor allem fremdbestimmt war. Ich mache jetzt mein eigenes Ding."

Einen Nachrücker für die Auszeichnung gibt es nicht

Die Humboldt-Stiftung erklärt, keine weiteren Kommentare zu dem Fall abzugeben. Einen Nachrücker für den Preis gebe es nicht. Am 12. Mai will die Stiftung in Berlin fünf weitere Preisträger auszeichnen.

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