Multiple Sklerose : Vitamin D bremst das Immunsystem

Eine tägliche hohe Dosis von Vitamin D hilft Patienten mit Multipler Sklerose.

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Im Thymusgewebe (hier grün gefärbte Thymuszellen, mit blau gefärbten Zellkernen) lernen die T-Zellen des Immunsystems, welche Strukturen körpereigen sind und nicht angegriffen werden sollen - bei Multipler Sklerose funktioniert das nicht mehr.
Im Thymusgewebe (hier grün gefärbte Thymuszellen, mit blau gefärbten Zellkernen) lernen die T-Zellen des Immunsystems, welche...Foto: N. Bredenkamp

Für Patienten mit Multipler Sklerose (MS) ist die Einnahme einer hohen Dosis Vitamin D3 nicht nur sicher, sondern bremst sogar die fehlgeleiteten Immunzellen, die das Nervensystem angreifen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Forschern der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore im Fachblatt „Neurology“.

Zu wenig Vitamin D erhöht das MS-Risiko

Bei MS greifen bestimmte Immunzellen, die T-Zellen, die Isolierschicht der Nervenfortsätze an, die Myelinschicht. Die Übertragung von Reizen wird unterbrochen, die Nervenzellen sterben ab und die Patienten erleiden erst Koordinationsschwierigkeiten, dann zunehmend Lähmungserscheinungen.

Schon länger ist bekannt, dass ein zu geringer Anteil von Vitamin D im Blut das Risiko erhöht, an MS zu erkranken, und bei bereits Erkrankten die Symptome verstärkt. In der Studie bekamen 40 MS-Patienten täglich entweder eine sehr hohe Vitamin-D3-Dosis (10 400 Internationale Einheiten – IE –, also etwa 0,26 Milligramm) oder nur etwas mehr (800 IE) als die täglich empfohlene Dosis (600 IE). Bei Blutanalysen nach drei und sechs Monaten stellten die Forscher fest, dass sich die Anzahl fehlgeleiteter T-Zellen nur im Blut jener Patienten verringerte, die eine hohe Vitamindosis bekommen hatten. Jede Erhöhung um fünf Nanogramm Vitamin pro Milliliter reduzierte die T-Zell-Menge um ein Prozent. Bei MS-Patienten sei deshalb ein Wert von 50 Nanogramm Vitamin D3 pro Milliliter Blut anzustreben (statt 30 wie Gesunden empfohlen). So könne das Fortschreiten der Krankheit gebremst werden, schreibt das Forscherteam um Peter Calabresi.

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