• Neue Hochschulverträge: Berlins Fachhochschulen bekommen 28 Millionen Euro zusätzlich

Neue Hochschulverträge : Berlins Fachhochschulen bekommen 28 Millionen Euro zusätzlich

Berlins Fachhochschulen dürfen erstmals Stellen im Mittelbau einrichten. Alle Hochschulen, auch die Unis, werden verpflichtet, mehr Stellen zu entfristen.

Mehr Doktoranden. Die FHs (im Bild die Alice-Salomon-Hochschule) hoffen auf bessere Kooperationen mit Unis.
Mehr Doktoranden. Die FHs (im Bild die Alice-Salomon-Hochschule) hoffen auf bessere Kooperationen mit Unis.Foto: ASH/promo

Berlins vier staatliche Fachhochschulen können erstmals feste Stellen im Mittelbau schaffen. Damit wird die Forschung an Fachhochschulen (FHs) deutlich gestärkt. Die Fachhhochschulen sollen für die neuen Mitarbeiter zwischen 2018 und 2022 insgesamt 28 Millionen Euro ausgeben können. Einen entsprechenden Bericht der „Berliner Morgenpost“ bestätigte am Montag zwei Hochschulpräsidenten. Mit dem zusätzlichen Geld können die Hochschulen sukzessive 180 bis 200 neue Stellen schaffen - auf vier Professuren entfällt eine. „Das ist ein wirklich großer Schritt, der mich begeistert“, sagte ein FH-Präsident auf Anfrage. Er will namentlich nicht genannt werden. Denn am morgigen Dienstag stellt der Regierende Bürgermeister Michael Müller die Ergebnisse der Hochschulvertragsverhandlungen öffentlich vor, bis dahin sind die Hochschulpräsidenten zum Schweigen verpflichtet. Dass die Berliner Hochschulen 3,5 Prozent mehr Geld bekommen sollen, war schon im Koalitionsvertrag beschlossen worden.

Die Fachhochschulen hoffen auf bessere Chancen beim Zugang zur Promotion

Die vier staatlichen Berliner Fachhochschulen dürfen ihre Forschung stärken, indem sie erstmals einen Mittelbau einrichten – das lobt auch ein weiterer FH-Präsident. Er erwartet, dass dadurch auch die bislang widerstrebenden Unifakultäten dazu gebracht werden können, mehr Absolventen von Fachhochschulen zu promovieren. Hierfür gebe der neue Hochschulvertrag aber auch sehr viel deutlichere Signale als in der Vergangenheit. Die FHs werden die neuen Mitarbeiter in allen Bereichen ansiedeln. Die einzelnen Hochschulen müssen sich überlegen, wie sie die zu erwartenden Verteilungskämpfe kanalisieren. Die Hochschulleitungen wollen namentlich im Moment nicht genannt werden. Denn am heutigen Tag stellt der Regierende Bürgermeister Michael Müller die Ergebnisse der Hochschulvertragsverhandlungen öffentlich im Roten Rathaus vor, bis dahin sollen die Hochschulpräsidenten schweigen.

Mehr entfristete Stellen im Mittelbau - unter den Unis ist das umstritten

Eine weitere große Neuerung betrifft alle Hochschulen. Sie werden vom Berliner Senat verpflichtet, den Anteil ihrer entfristet beschäftigten Mitarbeiter zu erhöhen, nämlich auf 35 Prozent. Für die TU Berlin, deren Anteil an entfristeten Mitarbeitern sehr niedrig, also unter 20 Prozent liegt, gibt es eine Sonderregelung. Sie muss den Anteil der Entfristeten jährlich um fünf Prozent steigern. „Der Schritt ist richtig“, heißt es dazu aus einer Uni-Leitung. „Wir brauchen eine gute Balance zwischen entfristeten und befristeten Stellen im Mittelbau.“ Nicht nur in Verwaltung und Technik, auch in der Wissenschaft gebe es Daueraufgaben, etwa die Laborversorgung in den Naturwissenschaften, die von festen Mitarbeiten geleistet werden könnten. Aus einer anderen Uni heißt es hingegen: „Wir sind darüber nicht glücklich.“ Die Uni lebe nun mal vom Austausch ihres wissenschaftlichen Personals, das für ständige Erneuerung stehe.

Insgesamt seien die Ergebnisse der Hochschulvertragsverhandlungen zufriedenstellend, heißt es aus einer Universität. Der schon im Koalitionsvertrag festgelegte Aufwuchs von 3,5 Prozent der Mittel sei höher als je zuvor, selbst wenn mit dem Geld auch verschiedene Sonderaufgaben finanziert werden müssten, darunter der Aufwuchs bei der Lehrerbildung und die Einrichtung des Instituts für islamische Theologie an der HU. So fließe insgesamt ein Viertel der vom Senat zusätzlich bereitgestellten Mittel in Sonderausgaben.

Die Investitionszuschüsse werden nur "zart erhöht", ist zu hören

„Es waren ganz normale Hochschulvertragsverhandlungen“, heißt es aus einer anderen Uni. „Es gab Verhärtungen, es sind auch welche rausgegangen, aber sie sind auch wieder reingekommen.“ Nicht völlig befriedigend sei die Situation bei den Investitionszuschüssen. Sie würden nun zwar ab 2019 „zart erhöht“, müssten aber eigentlich verdoppelt werden.

Wie bereits berichtet soll der Anteil der Mittel, den die Hochschulen auf der Basis von Leistungskriterien bekommen, etwas verringert werden. Entsprechend wird der Anteil des Sockelbetrags von bislang im Schnitt 34 Prozent bei den Universitäten und 26 Prozent bei den FHs auf einheitlich 45 Prozent erhöht. Die vom Senat verlangte Zahl von Studienanfängern bleibt auf dem bisherigen Niveau – hier hätten die Hochschulen sich eine Entlastung gewünscht.

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