Neue Ideen für die Wissenschaft : Die Union will mehr Azubis und weniger Studierende

Milliarden sind zehn Jahre lang vom Bund in neue Studienplätze geflossen. Ein "Weiter so" soll es nach dem Willen der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag nicht geben

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Große Nachfrage. In zehn Jahren haben Bund und Länder 750.000 neue Studienplätze mit dem Hochschulpakt finanziert. Foto: picture alliance / dpa
Große Nachfrage. In zehn Jahren haben Bund und Länder 750.000 neue Studienplätze mit dem Hochschulpakt finanziert.Foto: picture alliance / dpa


Über 750.000 zusätzliche Studienplätze haben Bund und Länder in den vergangenen zehn Jahren mit dem Hochschulpakt finanziert. Im Jahr 2020 läuft das riesige Programm jedoch aus. Und dann? Geht es nach der Unionsfraktion im Bundestag, wird es ein „Weiter so“ nicht geben. „Einen Teil der nach Auslaufen des Hochschulpakts 2020 freiwerdenden Mittel werden wir gezielt für die Stärkung der Schnittstelle zur beruflichen Bildung einsetzen“, heißt es in einem „Ideenpapier“ der Arbeitsgruppe Bildung und Forschung der CDU/CSU-Fraktion für die kommende Legislaturperiode. Außerdem sollen Leistungen des Bundes für die Hochschulen fortan „mit klaren, verbindlichen und überprüfbaren inhaltlichen Anforderungen“ verbunden werden. „Qualität vor Quantität“, laute das Motto. Das gelte besonders für Lehre und Forschung, aber auch für die berufliche Ausbildung.

Die Außeruniversitären sollen enger an der Förderung von Doktoranden beteiligt werden

Wie viel Geld der Bund in Zukunft noch zur Finanzierung von Studienplätzen ausgibt, bleibt offen. Auch, was genau die „inhaltlichen Anforderungen“ sein sollen, die Hochschulen erfüllen müssen, um Geld vom Bund zu bekommen: „Wir haben uns noch nicht festgelegt“, heißt es auf Anfrage aus der AG Bildung und Forschung. Das Papier, über das die AG seit fast einem Jahr mit Experten diskutiert, sei „lebendig“ und werde noch vertieft werden. Für die Hochschulfinanzierung steht mit dem Hochschulpakt viel auf dem Spiel. Der Bund wird bis zur letzten Zahlung im Jahr 2023 insgesamt über 20,2 Milliarden Euro ausgegeben haben, die Länder kofinanzierten mit insgesamt 18,3 Milliarden Euro.
Beschlossen hat die AG hingegen bereits höhere Zuwächse für die außeruniversitären Forschungsorganisationen. In der nächsten Phase des Pakts für Forschung und Innovation, also nach 2020, sollen die jährlichen Zuwächse wieder von 3,5 Prozent auf fünf Prozent steigen – wie schon in der Paktphase von 2011 bis 2015.
Die universitäre Forschung soll durch zusätzliche Alexander-von-Humboldt-Stipendien für Gastforscherinnen und -forscher aus dem Ausland sowie mit zusätzlichen Sofja Kovalevskaja-Preisen unterstützt werden. Die Forschungsorganisationen sollen enger an der Förderung von Doktoranden beteiligt werden, etwa in „Max-Planck-Schools“.
Für ein neues „nationales Zentrum für maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz“ will die Fraktion 500 Millionen Euro bereit stellen.

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