Neuer Chef am Nachhaltigkeits-Institut : Ortwin Renn wird Nachfolger von Klaus Töpfer am IASS

Seit 2009 leitet Klaus Töpfer das Nachhaltigkeits-Institut IASS in Potsdam. Sein Nachfolger soll Ortwin Renn, Soziologe aus Stuttgart, werden. Er könnte sein Amt jedoch erst im Februar antreten.

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Ortwin Renn soll neuer Direktor des IASS werden.
Ortwin Renn soll neuer Direktor des IASS werden.Foto: dpa

Vor sechs Jahren wurde das IASS (Institute for Advanced Sustainability Studies) in Potsdam gegründet. Ziel ist Forschung zu einer nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft im weitesten Sinne. Gründungsdirektor war Klaus Töpfer, ehemaliger Bundesumweltminister und ehemaliger Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep). Töpfers Vertrag endet zum 30. September 2015.

Sein Nachfolger soll der Risikoforscher Ortwin Renn von der Universität Stuttgart werden, erfuhr der Tagesspiegel. IASS-Sprecherin Corinna Weber bestätigte die Personalie. "Es gab eine Findungskommission, die Herrn Renn ausgewählt hat; auf der jüngsten Mitgliederversammlung am 24. Juni wurde die Wahl einstimmig bestätigt", sagte sie. Eine offizielle Mitteilung gebe es noch nicht, da noch Vertragsverhandlungen laufen. "Sollten diese erfolgreich sein, wird Herr Renn das Amt im Februar 2016 übernehmen", sagte Weber. Derzeit sei er noch durch seine Tätigkeit an der Uni Stuttgart gebunden. "Wir freuen uns auf ihn", betonte sie. Ab Oktober werde zunächst der wissenschaftliche Direktor Mark Lawrence die geschäftsführende Direktion übernehmen.

Renommierter Risikoforscher

Renn, Jahrgang 1951, ist ein national und international anerkannter Forscher. Er studierte Volkswirtschaftslehre sowie Soziologie und promovierte in Sozialpsychologie. Sein Schwerpunkt ist Techniksoziologie und Technikfolgenabschätzung. Er gilt als besonnener Wissenschaftler, der widerstreitende Positionen zusammenführen kann. Renn leitet den Nachhaltigkeitsbeirat in Baden-Württemberg und ist unter anderem im Präsidium der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech), wo er jüngst an einem Positionspapier zum Thema Fracking mitgearbeitet hat. Darüber hinaus ist er Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Für eine Stellungnahme war er bislang nicht zu erreichen.

Das IASS ist eine gemeinschaftliche Initiative der Bundesregierung, des Landes Brandenburg und der Forschungsorganisationen der Wissenschaftsallianz. Es wurde 2009 gegründet, derzeit arbeiten dort rund 120 Wissenschaftler, viele davon als zeitlich befristete Gastforscher.

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