Ostdeutsche Hochschulen : Leipzig will Theaterinstitut schließen

Die Theaterwissenschaftler an der Uni Leipzig protestieren gegen die geplante Schließung ihres Instituts. Hintergrund sind Sparauflagen der sächsischen Landesregierung, bedroht ist auch die Klassische Archäologie.

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In Aufruhr. Studierende und Mitarbeiter wehren sich gegen den „intransparenten“ Schließungsbeschluss.
In Aufruhr. Studierende und Mitarbeiter wehren sich gegen den „intransparenten“ Schließungsbeschluss.Foto: ZB

„Theaterwissenschaft muss bleiben“ ist der Slogan des von Schließung bedrohten Instituts an der Universität Leipzig. Die Einrichtung mit 277 Hauptfachstudierenden ist die einzige ihrer Art in Ostdeutschland. Das Kunst- und Kulturleben in Leipzig profitiere enorm von den Studierenden und Absolventen, heißt es in jetzt veröffentlichten „Thesen gegen die Schließung“. Zudem stelle ein Aus für das „kleine Fach“ den Anspruch der Leipziger Hochschule als Volluniversität infrage.

Die Ankündigung von Rektorin Beate Schücking, das Institut für Theaterwissenschaft und auch die Klassische Archäologie aufgrund von Sparauflagen des Landes mittelfristig schließen zu müssen, empfindet Theaterwissenschaftler Günter Heeg, Direktor des Instituts, als „überfallartig“. Die Kriterien dafür seien nicht offengelegt. Schücking hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, sie habe zum 17. Januar wie vom sächsischen Wissenschaftsministerium verlangt, erneut 24 „abzubauende Stellen benannt“. Die Landesregierung verlangt von den Hochschulen, bis 2020 mehr als 1000 Stellen zu streichen. Die Uni Leipzig hatte dem Ministerium 2013 bereits 48 wegfallende Stellen gemeldet.

Der Direktor will sich nicht kampflos ergeben

Direktor Heeg verweist auf Drittmittelerfolge und die internationale Vernetzung seines vor 20 Jahren gegründeten Instituts. Einer Alumni-Umfrage zufolge kämen die Absolventen „sehr gut in den Kernberufen des Theaters und in der gesamten Kultur- und Medienlandschaft unter“. Man werde sich nicht kampflos ergeben, sagte Heeg am vergangenen Freitag vor Studierenden und Mitarbeitern. Für den kommenden Mittwoch ist eine Vollversammlung des Instituts geplant.

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