Wissen : Professuren: 82 Prozent haben Männer

Nur elf Prozent der Hochschulleitungen in Deutschland sind mit Frauen besetzt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Große Anfrage von Abgeordneten der SPD, der Grünen und der Linken hervor. Auch im Leitungspersonal der großen Wissenschaftsorganisationen bleibt der Frauenanteil demnach niedrig. In der Fraunhofer-Gesellschaft sind von 316 Personen mit Leitungsaufgaben neun Frauen, in der Helmholtz-Gemeinschaft von 607 erst 51, in der Max-Planck-Gesellschaft sind von 640 Leitungspositionen 119 mit Frauen besetzt, in der Leibniz-Gemeinschaft sind nur 43 von 394 Personen auf Leitungsebene Frauen. Während jede zweite Dissertation und jede vierte Habilitationsschrift inzwischen von einer Frau eingereicht wird, beträgt der Anteil bei den Professuren nur 18 Prozent.

Die Abgeordneten der Opposition sprechen von einer „unbefriedigenden Entwicklung“, die „zunehmend in Widerspruch zu einer Gleichstellungsrhetorik“ in den Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen stehe. Eine Antwort auf die Frage, ob die bisherigen Programme genügen, damit erfolgreiche Wissenschaftlerinnen ihren Weg bis zur Professur gehen können, vermeidet die Bundesregierung in ihrer Antwort. Am 15. Dezember soll es eine Plenardebatte zum Thema im Bundestag geben. akü

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