Schavans Förderprorgramm : Verfallene Deutschland-Stipendien

12.10.2012 00:00 Uhrvon

Das Bildungsministerium wird erneut Millionen für Deutschland-Stipendien nicht ausgeben können. Fast die Hälfte des Geldes könnte verfallen, kritisiert die SPD.

Beim Deutschland-Stipendium werden erneut Mittel in Millionenhöhe verfallen. Das Bundesbildungsministerium rechnet damit, im Jahr 2012 statt der zur Verfügung stehenden 36,7 Millionen Euro nur 20 Millionen Euro an Studierende auszuzahlen. Das zeige eine Haushaltsaufstellung der Regierung, teilt der SPD-Abgeordnete Klaus Hagemann mit. Die Regierung verfehle ihre Ziele „meilenweit“, kritisiert Hagemann – und das, obwohl eine „Geburtstagsparty“ für das Programm im Mai allein eine Viertelmillion Euro „verschlungen“ habe. Schon 2011 musste Ministerin Annette Schavan (CDU) die Hälfte der Mittel verfallen lassen.

Das Stipendienprogramm ist ein Prestigeprojekt Schavans. Die Stipendien werden nach Leistung vergeben, 300 Euro erhalten Studierende pro Monat. Eigentlich soll nur die Hälfte davon der Staat tragen. Die andere Hälfte müssen Hochschulen von Firmen und privaten Spendern einwerben, was aber auch in diesem Jahr offensichtlich nur schwer gelingt. Dabei können Spender die Stipendien von der Steuer absetzen und zahlen so tatsächlich nur ein Drittel der Kosten.

Von den ursprünglichen Zielen ist das Programm weit entfernt. Anfänglich sollten in dieser Legislaturperiode acht Prozent der Studentenschaft, also 160 000 Studierende, gefördert werden. Das korrigierte Schavan später radikal nach unten. Doch selbst die für 2011 angestrebten 0,45 Prozent der Studierenden (knapp 10 000) wurden verfehlt: Nur 5400 Studierende erhielten damals ein Stipendium.

In Berlin gibt es derzeit 325 Deutschland-Stipendiaten, wie es in einer Mitteilung der GEW heißt. Das entspreche „nicht mal 0,25 Prozent der Studierenden in Berlin“. Die GEW fordert, Schavan solle das Geld in das Bafög investieren, um mehr Jugendlichen aus armen Familien ein Studium zu ermöglichen.

Aktuell auf tagesspiegel.de

Umfrage

Sollte es eine allgemeine Verjährungsfrist für Plagiatsvergehen in akademischen Arbeiten geben?

Weitere Themen

Hast du als HartzIV-Bezieher deiner Oma ihr Kanapee für 100 Euro verkauft und den Betrag nicht angegeben, wird dir beim nächsten Mal das Geld abgezogen und du bekommst eine 3 monatige Sanktion auf dein Existenzminimum. Verbrätst du als Politiker Millionen (können gerne auch mal Milliarden sein), dann gibt es aber - holla die Waldfee - ein richtig kräftiges DuDu... mindestens...
Diskutieren Sie mit!
Braunkohle-Tagebau des Vattenfall-Konzerns bei Jänschwalde .Aus Jänschwalde und Cottbus-Nord werden täglich zirka 60.000 Tonnen Braunkohle gefördert. Mit dieser Energie kann der Tagesbedarf einer Großstadt gedeckt werden. Foto: dpa

Solarenergie, Berichte von den Klimakonferenzen, Atomkraft und vieles mehr aus den Themenbereichen "Energie und Umwelt".

Energie

Krankenkassen-Vergleich

Foto:

• Beitragsrechner
• Versicherungsvergleich
• Tipps zum Wechsel

Der schnelle Weg zur günstigen Krankenkasse.

Hier vergleichen
Foto:

Dr. Dollars Diagnose und weitere Artikel aus unserem Gesundheit-Ressort.

Gesundheit

Alles rund um's Studium

Biowetter, Deutschlandwetter und internationales Wetter, Niederschlagsmengen, Reisewetter und aktuelle Satellitenbilder. Behalten Sie das Wetter im Griff!

Tagesspiegel Wetterseite