Sonnensturm : Beule im Magnetfeld

Sonneneruptionen begünstigen Polarlichter. Die Plasmawolke, die der Stern zu uns schleudert, verbiegt das Magnetfeld, das zugleich eine Schutzhülle der Erde ist. Dadurch können elektrisch geladene Teilchen bis zur Atmosphäre vordringen und dort Luftmoleküle zum Leuchten bringen. Neben dem netten Himmelsschauspiel hat das Verbiegen der Schutzhülle mitunter auch gravierende Folgen. Durch die Änderungen im Magnetfeld können in großen Netzen von Überlandleitungen plötzlich hohe Spannungen induziert werden. Vor allem die polnahen Gebiete sind gefährdet. Auf diese Weise löste etwa 1973 eine Sonneneruption einen Blackout in Kanada aus. Sechs Millionen Menschen waren ohne Strom. „Die Überspannungen können Transformatoren beschädigen“, sagt Stephan Lechner vom Institut für Schutz und Sicherheit der Bürger in Ispra. „Wenn über eine große Fläche viele dieser maßgeschneiderten Geräte ausfallen, gibt es ein Problem: Der Weltmarkt kann nicht so schnell Ersatz liefern.“ Einer amerikanischen Studie zufolge würde es nach einer schweren Sonneneruption wie der im Jahr 1859 zwischen vier und zehn Jahren dauern, um das US-Stromnetz wieder vollständig herzustellen, berichtet Lechner. nes

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