Studie zu politischen Präferenzen : Rechte Einfalt

Wer weniger intelligent ist, tendiert eher zu stramm konservativen Positionen, ist anfälliger für Rassismus und Homophobie. Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Studie britischer Psychologen hervor.

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Autoritärer Charakter. Für die Studie wurden fast 16.000 Menschen untersucht.
Autoritärer Charakter. Für die Studie wurden fast 16.000 Menschen untersucht.Foto: dpa

Traditionell können linke und linksliberale politische Ideen eher auf die Unterstützung von Intellektuellen und Künstlern hoffen als klassisch-konservatives Ideengut. Doch regiert „links, wo das Herz schlägt“, auch der kühle Verstand? Das legt eine Studie aus Großbritannien nahe. Menschen, bei denen während der Schulzeit in Tests eine niedrigere allgemeine Intelligenz gemessen wurde, sind als Erwachsene mit größerer Wahrscheinlichkeit Verfechter autoritärer Forderungen und stehen politisch eher am rechten Rand. Zu diesem Schluss kommen die kanadischen Psychologen Gordon Hodson und Michael A. Busseri anhand der Auswertungen der Langzeitdaten von über 16.000 Briten. Die Untersuchungsergebnisse des Teams wurden im Fachblatt „Psychological Science“ veröffentlicht.

Hodson und Busseri konnten für ihre Untersuchung auf zwei beträchtliche Datenschätze aus britischen Langzeitstudien zurückgreifen: Die National Child Development Study, für die fast 9000 Jungen und Mädchen des Jahrgangs 1958 mit elf Jahren standardisierten Intelligenztests unterzogen wurden und die spätere Britische Kohortenstudie, für die Ähnliches mit insgesamt 7000 Kindern des Jahrgangs 1970 geschah.

33 und 30 Jahre später befragte man in beiden Untersuchungen die mittlerweile Erwachsenen zu ihren politischen Auffassungen. Es zeigte sich, dass das Denken derjenigen, die als Kinder im Intelligenztest unterdurchschnittlich abgeschnitten hatten, tendenziell stärker von Vorurteilen geprägt war. Sie äußerten sich häufiger fremdenfeindlich und sogar offen rassistisch, hatten weniger Kontakt zu sozialen Gruppen, die in irgendeiner Beziehung „anders“ waren als sie selbst. Zusätzlich zogen die Psychologen amerikanische Untersuchungen heran, aus denen sich ein Zusammenhang zwischen Schwächen im abstrakten Denken und negativer Haltung gegenüber Homosexuellen ergab. Die Psychologen rechneten Einflüsse wie Bildungsniveau der Eltern und späteren eigenen Status der Erwachsenen heraus. Dass beides ebenfalls die Einstellung prägt, bleibt unbestritten.

Nach Einschätzung der Psychologen von der Brock-Universität in St. Catharines/Ontario entstehen Vorurteile gegenüber anderen sozialen Gruppen und offen rassistische Haltungen am ehesten auf dem Weg über stramm konservative Ideologien. Menschen, die mit geringerem geistigem Rüstzeug durchs Leben gingen und denen abstraktes Denken schwerer falle, seien anfälliger für die Hoffnung, die Welt klar, übersichtlich und unverrückbar ordnen zu können, argumentieren die Autoren. So äußerten Erwachsene, die als Kinder in den Tests schlechter abgeschnitten hatten, häufiger Sympathien für eine klare Aufgabenteilung der Geschlechter und eine Ablehnung des offenen Zusammenlebens von Homosexuellen. Auf dieser Basis könnten sich im Lauf der Zeit aber auch leichter Vorurteile bis hin zu rassistisch-extremistischen Haltungen entwickeln.

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